Filme zu Polen unter deutscher Besatzung während des Zweiten Weltkriegs —
ein Angebot für Schulen und andere Einrichtungen

Bildungsfilme

Im Rahmen des Projekts „Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen", wurde  in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Filip Malinowski eine Reihe von Bildungsfilmen über die deutsche Besatzung Polens während des Zweiten Weltkriegs produziert. Die Filme, in denen Zeitzeug:innen ihre schmerzhaften Erinnerungen aus dieser Zeit teilen, gehen auf verschiedene Aspekte des Kriegsalltags ein. In dem 60-minütigen Dokumentarfilm "Stimmen der Erinnerung" werden die Erzählungen von Prof. Dr. Peter Oliver Loew, dem Direktor des Deutschen Polen-Instituts, historisch untermauert.

Die Filme sind in polnischer und deutscher Fassung auf dem YouTube-Kanal des Deutschen Polen-Instituts verfügbar: https://www.youtube.com/deutschespoleninst/

"Stimmen der Erinnerung. Polen unter deutscher Besatzung" (60 min)

"Kriegsbeginn" (12 min)

"Besatzung und Widerstand" (16 min)

"Verfolgung von polnischen Juden" (14 min)

"Frauenschicksale im Krieg" (8 min)

"Deportationen in Konzentrationslager" (8 min)

"Zwangsarbeit" (9 min)

"Erbe des Krieges" (15 min)

Sie sind ein:e Lehrer:in und möchten die Bildungsfilme im Rahmen des Geschichtsunterrichts zeigen?

Schule FilmvorfuehrungDie kurzen Bildungsfilme wurden vor allem für Schüler:innen erstellt, die ihr Wissen über den Zweiten Weltkrieg aus dem Geschichtsunterricht beziehen. Wir laden Lehrer:innen  dazu ein, die kurzen thematischen Filme im Rahmen des Unterrichts einzubauen. Demnächst finden Sie auf unserer Website ergänzendes Unterrichtsmaterial zu den Filmen (Unterrichtsmodule mit Arbeitsblättern).

Möchten Sie eine Filmvorführung mit anschließender Diskussion organisieren?

 FilmvorfuehrungWir laden Sie dazu ein, eine Vorführung des Dokumentarfilms „Stimmen der Erinnerung" in Ihrer Institution oder Gemeinde zu organisieren. Es ist uns ein Anliegen, die im Film festgehaltenen Zeugnisse der Zeitzeug:innen an ein breites Publikum zu bringen. Wenn Sie eine Filmvorführung organisieren möchten, wenden Sie sich bitte an die Projektkoordinatorin Emilie Mansfeld unter mansfeld@dpi-da.de. Das Deutsche Polen-Institut unterstützt Sie gerne bei der Organisation einer Diskussion zum Film und der Bewerbung Ihrer Veranstaltung.

Mehr über das Projekt:

Im Sommer 2021 hat das Deutsche Polen-Institut in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und der Deutschen Botschaft Warschau Zeitzeug:innen zum Überfall NS-Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 interviewt. Die Interviews wurden Teil des Films über den Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen, der seine Premiere am 15. September 2021 bei der Präsentation des Konzepts für den künftigen Ort hatte.

Es gibt immer weniger Zeitzeug:innen, die aus ihrer Erfahrung über den Zweiten Weltkrieg und die Besatzungszeit in Polen erzählen können. Ihre Berichte werden somit umso wertvoller. Das Deutsche Polen-Institut erarbeitete gemeinsam mit dem Regisseur Filip Malinowski  weitere Filme, um diese Geschichten für kommende Generationen zu bewahren und ihre Lebensgeschichten einem breiten Publikum in Deutschland zugänglich zu machen.

Dank der Förderung des Auswärtigen Amtes konnten vier Bildungsfilme zu den Themen: Kriegsbeginn, Besatzung und  Widerstand sowie jüdisches Leben während der NS-Besatzung realisiert werden.

Die Förderung der Sandorf-Stiftung ermöglichte die Verwirklichung eines längeren Dokumentarfilms und mehrerer Bildungsfilme zu Themen: Deportationen in Konzentrationslager, Zwangsarbeit,  Nachkriegszeit und Rolle der Frauen im besetzten Polen. Der Dokumentarfilm wurde zum ersten Mal im Rahmen einer Gedenkveranstaltung am 1. September 2022 in Berlin gezeigt. In Warschau wurde er am 15. September 2022 gezeigt.

Wir möchten Ihnen die Zeitzeug:innen, die in den verschiedenen Filmen vorkommen, kurz vorstellen:

Bogdan BartnikowskiBogdan Bartnikowski wurde 1932 in Warschau geboren, nahm als Meldegänger am Warschauer Aufstand teil und wurde deswegen in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. 1945 wurde er als Zwangsarbeiter nach Berlin gebracht. Er engagierte sich im Verband der Warschauer Aufständischen und schrieb 23 Bücher über seine Lebenserfahrungen.

Janusz MaksymowiczJanusz Maksymowicz wurde am  27. Oktober 1930 in Warschau geboren. Während des Warschauer Aufstands kämpfte er unter dem Pseudonym "Janosz" in der P-20-Sturmkompanie der Heimatarmee  im Bezirk Śródmieście. Er wurde 1944 mit einem Schuss durch das rechte Schlüsselbein verwundet und in einem Feldlazarett im Bezirk Śródmieście behandelt. Zu diesem Zeitpunkt war er erst 14 Jahre alt.

Witold LisowskiWitold Lisowski wurde am 2. Oktober 1932 in Warschau geboren. Er nahm am Warschauer Aufstand teil, ist promovierter Oberst, Historiker, Autor von Ausstellungen und Veröffentlichungen zur Geschichte und war Direktor des Museums der polnischen Armee in den Jahren 1984-1989.

Maria StroińskaMaria Stroińska, geboren 1932 in Warschau, wurde, nachdem die Deutschen ihren Vater während des Warschauer Aufstands erschossen, zunächst in das Lager Pruszków deportiert, später in das KZ Ausschwitz und 1945 nach Blankenburg, wo sie bis Kriegsende als Zwangsarbeiterin inhaftiert blieb. Sie engagiert sich in einem Häftlingsverband.

Anna Stupnicka-BandoAnna Stupnicka-Bando, geboren am 23. Februar 1929 in Warschau, war während des Aufstandes in Żoliborz in der Gruppierung "Żywiciel" unter dem Pseudonym "Anka". Sie war Pflegerin in einer Sanitätsstation in der Mickiewicza-Straße 25. Für ihre Hilfe für Jüd:innen während des Krieges erhielten Anna Stupnicka-Bando und ihre Mutter Janina Stupnicka 1984 die Medaille der Gerechten unter den Völkern.

Wands Tracyzk-StawskaWanda Traczyk-Stawska, geboren am 7. April 1927 in Warschau, war Pfadfinderin der Grauen Reihen und nahm unter dem Pseudonym "Pączek" am Warschauer Aufstand teil. Sie war Lehrerin an einer Sonderschule, soziale Aktivistin und ist Vorsitzende des Sozialausschusses für den Friedhof der Warschauer Aufständischen.

Leszek ŻukowskiLeszek Żukowski, geboren am 11. Februar 1929 in Kutno, kämpfte während des Warschauer Aufstands unter dem Pseudonym "Antek". Er verließ die Stadt mit der Zivilbevölkerung, als Zivilist wurde er in die Konzentrationslager Flossenbürg und Dachau deportiert.


Die Produktion der Filme war dank Förderung durch die Sanddorf-Stiftung und das Auswärtige Amt möglich.

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