Filmreihe zur deutschen Besatzung Polens, basierend auf Interviews mit Zeitzeug:innen

Wanda Traczyk-Stawska

Wanda Traczyk-Stawska

Im Sommer 2021 hat das Deutsche Polen-Institut in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und der Deutschen Botschaft Warschau Zeitzeug:innen zum Überfall NS-Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 interviewt. Die Interviews wurden Teil unseres Films zum Ort des Erinnerns und der Begegnung mit Polen, der seine Premiere am 15. September 2021 bei der Präsentation des Konzepts für den künftigen Ort hatte. Es gibt immer weniger Zeitzeug:innen, die aus ihrer Erfahrung über den Zweiten Weltkrieg und die Besatzungszeit in Polen erzählen können. Ihre Berichte werden somit umso wertvoller. Das Deutsche Polen-Institut arbeitet nun gemeinsam mit dem Regisseur Filip Malinowski an weiteren Filmen, um diese Geschichten für kommende Generationen zu bewahren und ihre Lebensgeschichten einem breiten Publikum in Deutschland zugänglich zu machen.

Dank der Förderung des Auswärtigen Amtes konnten vier Bildungsfilme zu Themen wie Kriegsbeginn, Widerstand oder Jüdisches Leben während der NS-Besatzung realisiert werden.

Die Förderung der Sandorf-Stiftung ermöglicht die Verwirklichung eines längeren Dokumentarfilms und mehrerer Bildungsfilme zu Themen wie Zwangsarbeit, Nachkriegsgeschichte oder Rolle der Frauen im besetzten Polen.
Der Dokumentarfilm wird zum ersten Mal im Rahmen einer Gedenkveranstaltung am 1. September in Berlin gezeigt.

Wir hoffen, durch die verschiedenen Formate ein breiteres Publikum von Jugendlichen sowie Erwachsenen ansprechen zu können.

Wir möchten Ihnen die Zeitzeug:innen, die in den verschiedenen Kurzfilmen vorkommen, kurz vorstellen:
Bogdan Bartnikowski wurde 1932 in Warschau geboren, nahm als Meldegänger am Warschauer Aufstand teil und wurde deswegen in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. 1945 wurde er als Zwangsarbeiter nach Berlin gebracht. Er engagierte sich im Verband der Warschauer Aufständischen und schrieb 23 Bücher über seine Lebenserfahrungen.
Witold Lisowski wurde am 2. Oktober 1932 in Warschau geboren. Er nahm am Warschauer Aufstand teil, ist promovierter Oberst, Historiker, Autor von Ausstellungen und Veröffentlichungen zur Geschichte und war Direktor des Museums der polnischen Armee in den Jahren 1984-1989.
Maria Stroińska, geboren 1932 in Warschau, wurde nachdem die Deutschen ihren Vater während des Warschauer Aufstands erschossen, zunächst in das Lager Pruszków deportiert, später in das KZ Ausschwitz und 1945 nach Blankenburg, wo sie bis Kriegsende als Zwangsarbeiterin inhaftiert blieb. Sie engagiert sich in einem Häftlingsverband.
Anna Stupnicka-Bando, geboren am 23. Februar 1929 in Warschau, war während des Aufstandes in Żoliborz in der Gruppierung "Żywiciel" unter dem Pseudonym "Anka". Sie war Pflegerin in einer Sanitätsstation in der Mickiewicza-Straße 25. Für ihre Hilfe für Jüd:innen während des Krieges erhielten Anna Stupnicka-Bando und ihre Mutter Janina Stupnicka 1984 die Medaille für die Gerechten unter den Völkern.
Wanda Traczyk-Stawska, geboren am 7. April 1927 in Warschau, war Pfadfinderin der Grauen Reihen und nahm unter dem Pseudonym "Pączek" am Warschauer Aufstand teil. Sie war Lehrerin an einer Sonderschule, soziale Aktivistin und Vorsitzende des Sozialausschusses für den Friedhof der Warschauer Aufständischen.
Leszek Żukowski, geboren am 11. Februar 1929 in Kutno, kämpfte während des Warschauer Aufstands unter dem Pseudonym "Antek". Er verließ die Stadt mit der Zivilbevölkerung, als Zivilist wurde er in die Konzentrationslager Flossenbürg und Dachau deportiert.

Die Filme werden auf dem YouTube-Kanal des DPI veröffentlicht: https://www.youtube.com/deutschespoleninst/

Die Produktion der Filme ist dank Förderung durch die Sanddorf-Stiftung und das Auswärtige Amt möglich.

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