Forschungsstipendien

Forschungsstipendien des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt


Nächster Bewerbungstermin: 
31. Dezember 2016 (für 2017)

Formblatt

Das Deutsche Polen-Institut Darmstadt ist ein international anerkanntes Zentrum für Forschung und Information über Polen und die deutsch-polnischen Beziehungen im europäischen Kontext. Es vergibt jährlich an Nachwuchswissenschaftler/innen der Geistes- und Sozialwissenschaften Stipendien für einen vier- bis sechswöchigen Forschungsaufenthalt in Darmstadt. Den Stipendiaten/innen wird ein Arbeitsplatz mit Wlan im hellen ruhigen Lesesaal der Institutsbibliothek zur Verfügung gestellt. Dort können sie nach individuellem Zeitplan (auch am Wochenende) an ihren Projekten arbeiten und auf die umfangreichen Bestände der Bibliothek zurückgreifen. Belohnt werden sie durch das Ambiente des Residenzschlosses in Darmstadt, in dem sich die Bibliothek ab 2016 befinden wird.

Die Spezialbibliothek des Instituts zählt mehr als 65.000 Bände. Ihre Erwerbsschwerpunkte sind:

•  polnische Belletristik im Original und in deutscher Übersetzung 
•  deutsch-polnische Beziehungen (Geschichte, Politik, Kultur u.a.) 
•  polnische Kultur, Geschichte, Politik, Wirtschaft u.a. 
•  deutsche Belletristik in polnischer Übersetzung 
•  deutsche Fachzeitschriften zu den Erwerbsschwerpunkten
•  polnische Fach- und Kulturzeitschriften

Aktuelle Neuerwerbungen sind direkt im Lesesaal zugänglich. Darüber hinaus ist an die Bibliothek ein umfangreiches Archiv mit folgenden Bestandteilen angegliedert:

• Pressearchiv (Schwerpunkt: deutsch-polnische Beziehungen, polnische Innen- und Außenpolitik)
• Autorenarchiv (Materialien zu polnischen Schriftstellern)
• Video- und Audioarchiv
• Dokumentation Polen-Information (Pressearchiv 1970-2010)
• Übersetzernachlässe 

Das Deutsche Polen-Institut schreibt für das Jahr 2016

v i e r     F o r s c h u n g s s t i p e n d i e n

für eine Dauer von jeweils vier bis sechs Wochen aus.Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember 2015.

Zielsetzung der Förderung
Mit der Vergabe von Stipendien werden wissenschaftliche Vorhaben aus dem Aufgabenbereich gefördert, der vom Deutschen Polen-Institut vertreten wird. Die Stipendien sollen den wissenschaftlichen Nachwuchs insbesondere aus Polen und Deutschland in die Lage versetzen, die reichhaltigen Bestände in den Sammlungen des Deutschen Polen-Instituts für ihre Forschungsarbeiten auszuwerten. Dabei sollen sich möglichst jeweils ein polnischer und ein deutscher Stipendiat gleichzeitig in Darmstadt aufhalten. Bewerbungen aus dritten Ländern sind ebenfalls möglich.

Höhe des Stipendiums
Die Höhe des Stipendiums beträgt 1500 Euro (1100 Euro für besonders qualifizierte StudentInnen während der Vorbereitung ihrer Abschlussarbeit). Aus diesen Mitteln sind sämtliche Nebenkosten zu tragen (Reisekosten, Unterbringung, Versicherungen).

Voraussetzungen für die Bewerbung
Die wissenschaftliche Qualifikation der Stipendienbewerberin/des Stipendienbewerbers wird auf der Grundlage der einzureichenden Bewerbungsunterlagen geprüft. Förderungsberechtigt sind bevorzugt Graduierte, Doktorandinnen und Doktoranden sowie promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, im Ausnahmefall auch fortgeschrittene Studierende, die mit einer Forschungsaufgabe beschäftigt sind. Sie müssen in der Regel im Arbeitsbereich des Instituts bzw. in den Sammelschwerpunkten der Bibliothek bereits wissenschaftliche Leistungen erbracht haben. Die Bewerberin/der Bewerber muss über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen und diese bei Bedarf schriftlich nachweisen.

Verpflichtungen der Stipendiaten
Die Annahme eines Stipendiums bedeutet für die Stipendiatin/den Stipendiaten die Residenzpflicht in Darmstadt. Nach Ablauf des Stipendiums ist ein Ergebnis- und Erfahrungsbericht einzureichen. Außerdem wird erwartet, dass die Bewerberin/der Bewerber während des Aufenthalts das wissenschaftliche Vorhaben in einem Werkstattgespräch mit den Mitarbeitern des Instituts vorstellt.

Verpflichtungen des Deutschen Polen-Instituts
Über die finanziellen Leistungen hinaus sorgt das Deutsche Polen-Institut für einen Arbeitsplatz in den Sammlungen des Instituts und unterstützt die Stipendiatin/den Stipendiaten auch bei anderen organisatorischen Fragen, insbesondere bei der Regelung der Wohnungsfrage. Das Deutsche Polen-Institut stellt im Rahmen der Möglichkeiten einen wissenschaftlichen Mitarbeiter des Hauses zur wissenschaftlichen Betreuung zur Verfügung.

Bewerbungsunterlagen
Bewerberinnen und Bewerber werden gebeten, auf dem Postweg folgende Unterlagen mit dem Stichwort „Forschungsstipendium“ in doppelter Ausfertigung beim Deutschen Polen-Institut einzureichen:
• Ausgefülltes Formblatt (zu finden hier)
• Lebenslauf
• Kurze Projektskizze (2-4 Seiten)
• Ein bis zwei Gutachten zum Projekt
• Zeugniskopien
• Publikationsliste (sofern vorhanden)

Gründe für die Vergabe oder Ablehnung werden nicht mitgeteilt. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung eines Stipendiums besteht nicht. Bewerbungsunterlagen werden nur auf besonderen Wunsch zurückgeschickt.

Deutsches Polen-Institut
Leitung
„Forschungsstipendium“
Mathildenhöhweg 2
D-64287 Darmstadt

Ansprechpartner: 
Dr. Peter Oliver Loew
Tel. 06151/420217
loew@dpi-da.de

 

2015

May-Chu, Karolina (Madison, USA): From Literature about the Border Poetics: German-Polish Literary Encounters after 1989

Ulatowski, Rafał (Warschau): Die deutsch-polnischen Beziehungen 1990-2015

Wenninger, Dr. Regina (München): Ausstellungen polnischer Gegenwartskunst in der Bundesrepublik 1956-1965; Netzwerke, Motive, Rezeption

Wojcik, Dr. Paula (Jena): Warum Klassiker? Zu einer Theorie der Klassik am Beispiel der Ballade in Polen und Deutschland

2014

Borchers, Sebastian (Berlin): Rhythmus und Klag. Grundlagen der deutsch-polnischen Wechselbeziehungen in der Neuen Musik (1956-1989)

Braun, Micha, Dr. (Berlin): Echos aus Archiven. Praktiken von Erinnerung und Resonanz in den zeitgenössischen visuellen und performativen Künsten Ostmittel- und Osteuropas

Chojnowski, Przemysław, Dr. (Słubice): Das Leben im Dazwischen. Kulturelle Bivalenz und die Suche nach dem dritten Raum im literarischen Werk Peter (Piotr) Lachmanns

Maisch, Malte (Frankfurt/Oder – Posen): Eine Kritische Theorie Polens. Rand und Grenzperspektive auf das Verständnis von Wissenschaft und Erkenntnis

2013

Balogh, Péter, M.A. (Stockholm / Södertörns högskola): Brücke ohne Enden? Deutsch-polnische Beziehungen im Grenzgebiet um Szczecin/Stettin 

Guttke, Dr. Matthias (Lemberg): Die Verhängung des Kriegsrechts über Polen. Verfahren der Vergangenheits(re)konstruktionen am Beispiel des 13. Dezember 1981 

Kopij-Weiß, Dr. habil Marta (Breslau): Deutsch-polnische Verflechtungsgeschichte im 19. Jahrhundert 

O’Reilly, Klara-Maeve, M.A (Dublin): Perspectives of Collectivisation

2012 

Kijonka, Dr. Justyna (Kattowitz): Migrationen aus der Woiwodschaft Kattowitz in die Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1970-1989. Eine soziologische Studie 

Pörzgen, Dr. Yvonne (Bremen): Stanisław Lem und der freie Wille 

Strzempa, Alina M.A. (Münster): Zwischen den Diskursen: Andrzej Stasiuks und Jurij Andruchowycs Verhandlungen über Ost- und Mitteleuropa 

Tarasiński, Dr. Jarosław (Bromberg): Eine Aufgabe – drei Lösungswege. Die gesellschaftliche Integration der Vertriebenen und die katholische Kirche in Polen, der DDR und der Bundesrepublik Deutschland 1948-1972 

2011

Borchers, Sebastian (Bochum): Rhythmus und Klang. Grundlagen der transnationalen Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Polen in der Neuen Musik (1956-1989)

Burzyńska
, Paulina (Breslau): Visual History als Form der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in Polen und Deutschland 

Römer
, Peter (Münster): Nach dem Staatssozialismus. Die Geschichtspolitik der Deutungseliten in Deutschland und Polen, 1989-2009. Ein beziehungsgeschichtlicher Diktaturaufarbeitungsvergleich 

Wadle
, Hannah (Manchester): Navigating an Ambivalent Landscape. Sailing, Sightseeing and Hibernating in a Masurian Village in Poland

2010

Keck-Szajbel, Mark (Oakland, USA): The Borders of Friendship: Transnational Travel and Tourism in East Central Europe, 1972-1989

Vatter, Theresa (Passau): Homosexualität - ein Spiel? Sexuelle Orientierungen in der zeitgenössischen polnischen Literatur

Waligórska
, Magdalena (Berlin/Florenz): Translating Jewishness. Cross-cultural translation of Jewish motifs in the new Polish and German literary prose

Wasiak
, Patryk (Warschau): Neue Medien und die Modernisierung der Volksrepublik Polen in den 1980er Jahren 

2009

Hennig, Anja (Berlin): Religion und Politik in Polen: die Relevanz religiöser und politischer Faktoren für das Politikergebnis aktueller moralpolitischer Konflikte.

Mende, Rainer (Leipzig): Autobiografische Spuren in der polnischsprachigen Prosa aus Deutschland nach 1989

Sologubov, Aleksandr (Kaliningrad): „Wo Deutschland endet“. Polnische „Ziemie Odzyskane“ in deutschen (Presse-)Publikationen des letzten Viertels des 20. Jahrhunderts.

Zawada, Aleksandra (Danzig): Literatur, Theater und Kunst der Berliner Polonia in den 1980er und 1990er Jahren – ein Vergleich

2008


Bednarska-Kociołek, Joanna (Lodz): Der doppelte Erinnerungsort. Gdańsk/Danzig bei Günter Grass, Stefan Chwin und Paweł Huelle

Felsch, Corinna (Marburg/Berlin): Über Geschichte reden? Bedeutung, Auswirkungen und Veränderungen von Geschichtsbildern bei, für und in Begegnungen zwischen Polen und West- sowie Ostdeutschen

Hansen, Imke (Hamburg): Jüdische und Katholisch-Polnische Identitätskonstruktionen im Spiegel der Konflikte um das Gedächtnis in Auschwitz

Jaskułowski, Dr. Tytus (Berlin/Danzig): Die Polenpolitik der Regierung Schmidt 

2007


Tkocz, Ilona (Berlin) - "Identitäts(ver)suche. Ein Rekurs der polnischen Prosa auf Gedächtnis und Erinnerung"

Roguski,  Rafał (Berlin/Breslau) - Die Öffnung der "Freundschaftsgrenze". Motive, Verlauf und Folgen der Einführung des pass- und visafreien Grenzverkehrs zwischen Polen und der DDR 
(1972-1980)

2005/06

Bour, Odile (Berlin) – „Deutsche unternehmensnahe Stiftungen als Träger auswärtiger Kulturpolitik in Mittel- und Osteuropa. Die Bosch-, die Körber- und die Zeit-Stiftung in Polen und Russland“

Jezierska-Wiśniewska, Agnieszka (Warschau) – „Die polnische Rezeption der deutschsprachigen Nobelpreisträger (Günter Grass und Elfriede Jelinek) im Kontext des deutsch-polnischen Kulturtransfers“

Lotz, Christian (Leipzig): „Historische Raumvorstellungen in Europa zum deutsch-polnischen Verhältnis nach 1945“

Pick, Dominik (Warschau): „Die gesellschaftliche Dimension der Détente. Informelle Kontakte der Bevölkerung der Bundesrepublik und der Volksrepublik Polen in den 1970er Jahren“