Veranstaltungsprogramm

Jubiläumsprogramm „Zwischen Berlin und Warschau – 35 Jahre Nachbarschaft“

Anlässlich zahlreicher deutsch-polnischer Jubiläen, darunter des 35-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Warschau sowie des 35. Jahrestags der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags, setzt das Deutsche Polen-Institut in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnerorganisationen ein vielfältiges Kultur- und Begegenungsprogramm in beiden Städten um. Geplant sind unter anderem Ausstellungen, Konzerte, Filmvorführungen, Bildungsprojekte sowie Veranstaltungen zur gemeinsamen Geschichte und Zukunft der deutsch-polnischen Beziehungen.

Kulturzug Berlin – Posen – Warschau

Das Jubiläumsjahr 2026 bietet eine besondere Gelegenheit, das bewährte Format des Kulturzuges auf die Strecke Berlin–Posen–Warschau auszuweiten. Im Zeitraum von September bis November organisiert die Europäische Akademie Berlin e. V. acht Fahrten zwischen Berlin und Warschau.

Im Rahmen von acht Sonderfahrten des EC Berlin–Warschau-Express werden insgesamt 32 Veranstaltungen angeboten, darunter Lesungen, Konzerte, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Jugendprojekte, künstlerische Interventionen sowie interaktive Workshops. Das Programm umfasst ein breites Themenspektrum – von Geschichte und Erinnerungskultur über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen (Migration, Stadtentwicklung, Klimawandel) bis hin zur Zukunft der deutsch-polnischen Beziehungen. Das Projekt ist ein sichtbares Symbol der Zusammenarbeit und bezieht die Bevölkerung beider Hauptstädte sowie der entlang der Strecke gelegenen Regionen mit ein. Die Teilnahme an den Veranstaltungen an Bord des Zuges ist für Fahrgäste kostenlos.

Chopin-Freiluftkonzerte in Berlin

Im Rahmen des Jubiläums der Städtepartnerschaft Berlin–Warschau findet in Berlin eine Reihe von Open-Air-Konzerten statt, inspiriert von den berühmten Chopin-Konzerten im Warschauer Łazienki-Park. Künstler:innen aus Polen und Deutschland präsentieren Werke von Frédéric Chopin im Dialog mit Musik anderer Komponisten wie Johann Sebastian Bach oder Szymon Laks. Die Konzerte bilden eine symbolische Brücke zwischen Warschau und Berlin und bieten kostenlose, für ein breites Publikum zugängliche musikalische Veranstaltungen. Ein festliches Eröffnungskonzert bildet den Auftakt des Jubiläumsprogramms. Das Veranstaltungsformat verbindet Tradition mit Moderne, indem klassische Musik mit anderen Ausdrucksformen, darunter auch zeitgenössischen Elementen, kombiniert wird.

Die Konzerte finden am Mittwoch, dem 12. August 2026, am Sonntag, dem 16. August 2026, sowie am Sonntag, dem 30. August 2026, statt.

Literarische Reise „Warschau in Berlin, Berlin in Warschau“

Eine Reihe von Lesungen schafft Raum für den Dialog zwischen Schriftsteller:innen und Leser:innen beider Städte. Autor:innen aus Warschau und Berlin begegnen ihrem Publikum und greifen literarische, gesellschaftliche und politische Themen auf. Das SprachCafé Polnisch organisiert im Zeitraum von August bis November 2026 zwei Lesungen in Berlin sowie zwei Lesungen in Warschau. 

„Berlin–Warschau: Jetzt reden wir!“ – generationenübergreifende Debatten

Die Debattenreihe bindet Vertreter:innen verschiedener Generationen in eine Reflexion über die Bedeutung von Städtepartnerschaften für die Zukunft Europas ein. Das innovative Format besteht im Perspektivwechsel zwischen jüngeren und älteren Teilnehmenden: Die ältere Generation argumentiert aus der Sicht der Jugend, während die jüngere die Rolle von Zeitzeug:innen übernimmt.

Im Zeitraum zwischen September und Oktober 2026 führt die Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e.V. vier Debatten in Berlin und Warschau durch. Das Projekt verbindet Präsenz- und Online-Begegnungen, Livestreams und innovative Methoden – etwa durch eine künstliche Intelligenz unterstützte Echtzeitanalyse. Die Debatten haben das Ziel, den generationenübergreifenden Dialog zu stärken, und dienen als Zukunftswerkstatt für die Städtepartnerschaft Berlin– Warschau.

Deutsch-Polnisches Barometer

Das Deutsch-Polnische Barometer analysiert seit 25 Jahren die gegenseitige Wahrnehmung von Pol:innen und Deutschen sowie den Stand der bilateralen Beziehungen. Aus Anlass des Jubiläums wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Öffentliche Angelegenheiten in Warschau eine Sonderausgabe vorbereitet.

Die Studie wird sich auf die Meinungen der Bewohner:innen der Grenzregion konzentrieren (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern sowie die Woiwodschaften: Westpommern, Lebuser Land und Niederschlesien). Die Ergebnisse der repräsentativen Untersuchung werden in Form eines Berichts aufbereitet und im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen in Warschau und Berlin im Novermber 2026 präsentiert. 

Ausstellung „Berlin – Hauptstadt der Wissenschaftlerinnen“ in Warschau

Die Ausstellung präsentiert Porträts herausragender Wissenschaftlerinnen, die mit Berlin verbunden sind, und beleuchtet ihre Arbeit und ihren Beitrag zur Entwicklung der Wissenschaft. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, der Universität Warschau und der Deutschen Botschaft realisiert.

Die Ausstellung wurde anlässlich des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft eröffnet. Begleitend zur Ausstellung fanden Workshops für Jugendliche sowie eine Podiumsdiskussion mit Expertinnen aus Polen und Deutschland statt. Das Projekt unterstreicht die Bedeutung von Chancengleichheit in der Wissenschaft sowie die Rolle internationaler Zusammenarbeit in diesem Bereich.

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Die Kämpferinnen – Polnische Frauen im Widerstand

Das Projekt von Ambasada Polek e.V. widmet sich den polnischen Frauen, die in Deutschland im Widerstand tätig waren, wie Jadwiga Neumann, Marianna Gąszczak oder die Schwestern Stefania und Helena Przybył (Maćkowiak), deren Wirken in den vorherrschenden historischen Narrativen und in der Berliner Erinnerungskultur weitgehend unsichtbar bleibt.

Die Initiative verbindet wissenschaftliche Forschung, künstlerische und pädagogische Aktivitäten. Sie umfasst performative Vorträge, eine Fachkonferenz im Oktober 2026 sowie eine Ausstellung der Künstlerin und Architektin Anna Krenz, die 40 Porträts von Frauen geschaffen hat, die während des Zweiten Weltkriegs im Berliner Gefängnis Plötzensee ermordet wurden.

„Von der Stadtverwaltung bis zum Bundestag“ – Beteiligung polnischer Frauen am politischen Leben in Deutschland

Die Ausstellung widmet sich den Leistungen und Biografien von 20 Polinnen, die im deutschen öffentlichen und politischen Leben – auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene – aktiv sind. Das Projekt zeigt ihren Beitrag zur Entwicklung der Zivilgesellschaft, der Verwaltung und der Politik und verfolgt das Ziel, die Sichtbarkeit von Frauen mit Migrationserfahrung im öffentlichen Leben zu erhöhen. Die Ausstellung von agitPolska – Polnisch-Deutsche Initiative für Kulturkooperation e.V. wird von Diskussionsveranstaltungen begleitet. Ab 18. September wird sie in der Botschaft der Republik Polen in Berlin  und im November im Goethe-Institut   in Warschau gezeigt. 

Wanderkino – polnische historische Stummfilme mit Live-Musik

Die Freiluftvorführungen restaurierter polnischer Stummfilme mit Live-Musik verbinden ein zugängliches kulturelles Erlebnis mit der Geschichte des polnischen Kinos.  

Gezeigt werden Filme, die – wie viele andere polnische Stummfilme – seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen galten. So war beispielsweise der Film Ludzie bez jutra (Menschen ohne Morgen, Regie: Aleksander Hertz) nur aus zeitgenössischen Rezensionen und wenigen erhaltenen Fotografien bekannt. Ebenso galt Zew morza (Der Ruf des Meeres, Regie: Henryk Szaro) lange als verschollen. Erst in den letzten Jahren gelang es, unter anderem in deutschen Archiven, Kopien dieser Werke wiederzufinden und zu restaurieren. Die Vorführungen polnischer Stummfilme bringen einem breiten Publikum in Berlin ein wenig bekanntes polnisches Filmerbe näher.

Das Wanderkino findet am Donnerstag, dem 20. August, am Mittwoch, dem 26. August, sowie am Donnerstag, dem 24. September 2026, in Berlin statt.

Ausstellung „Figuracja – polnische Skulptur bei Seitz“ in Trebnitz

In der Ausstellung „Figuracja“ werden Werke des bedeutenden deutschen Bildhauers Gustav Seitz (1906–1969) mit künstlerischen Positionen aus den Sammlungen des Polnischen Zentrums für Bildhauerei in Orońsko in einen Dialog gesetzt. Das Projekt hat das Ziel, die deutsch-polnische institutionelle Zusammenarbeit im Bereich der bildenden Kunst sichtbar zu machen.

Gustav Seitz war Gründer der Deutschen Akademie der Künste. Sein bekanntestes Werk in Berlin ist die große Skulptur von Käthe Kollwitz auf dem Kollwitzplatz im Stadtteil Prenzlauer Berg. Durch die Gegenüberstellung von Seitz’ Werken mit Arbeiten bedeutender polnischer Künstler:innen wie Magdalena Abakanowicz entsteht ein inspirierender Dialog zwischen künstlerischen Positionen von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart.

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. September im Gustav-Seitz-Museum in Trebnitz zu sehen.

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Lebendige Geschichten – Begegnungen entlang deutsch-polnischer Erinnerungsräume

Das auf biografischen Erzählungen von Bewohner:innen Berlins sowie Lublins basierende Projekt entwickelt den interkulturellen Dialog durch Workshops, Studienreisen und künstlerische Aktivitäten weiter. Dabei werden multimediale Materialien entstehen, die einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die Multiplikatorenreise nach  Lublin und Milanów im Herbst 2026  wird vom SprachCafé Polnisch in Kooperation mit dem Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften und dem Kulturzentrum Brama Grodzka realisiert.

Gedenkveranstaltung und Kulturprogramm anlässlich des 87. Jahrestags des deutschen Überfalls auf Polen

Am 1. September 2026 jährt sich der deutsche Überfall auf Polen zum 87. Mal. Aus diesem Anlass findet an dem temporären Gedenkort für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs in Berlin eine Gedenkveranstaltung statt. Das Programm umfasst eine öffentliche Veranstaltung mit Vertreter:innen der Republik Polen, der Bundesregierung, des Berliner Senats sowie weiteren geladenen Gästen. Ergänzend findet ein Kulturprogramm statt, das ein Konzert, eine Lesung von Zeitzeugenberichten sowie eine thematische Stadtführung zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs und zu den Spuren polnischen Lebens in Berlin umfasst. Die  Gedenkveranstaltung und das Kulturprogramm werden in Kooperation mit der  Stabsstelle Deutsch-Polnisches Haus bei der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas realisiert.

Feierlicher Abschluss des Jubiläumsjahres im Berliner Roten Rathaus

Das Jubiläumsprogramm endet mit einem feierlichen Abschluss im Berliner Roten Rathaus im Dezember 2026. Die Veranstaltung bringt Vertreter:innen aus Politik, Kultur und Wissenschaft beider Länder zusammen, um gemeinsam das Jubiläumsjahr zu feiern. Es erwarten Sie die Präsentation aller Jubiläumsinitiativen, eine Diskussion über die Zukunft der Städtepartnerschaften und der deutsch-polnischen Zusammenarbeit und ein spannendes deutsch-polnisches Kulturprogramm.