Lebenszeichen ⋮ Znaki Życia Polen und der Zweite Weltkrieg - Erinnerungsorte in Deutschland
Die Geschichte der nahezu drei Millionen Menschen aus Polen, die sich während des Zweiten Weltkriegs und unmittelbar nach 1945 in Deutschland (in den heutigen Grenzen) aufhielten, ist in der deutschen Erinnerungskultur nicht sehr präsent. Viele Orte, Menschen, Gegenstände und Dokumente erinnern bis heute daran - Lebenszeichen. Viele Spuren sind unsichtbar, manchmal versteckt, vergessen, verdrängt. Andernorts wurden und werden sie ausgegraben, aufgearbeitet und gekennzeichnet.
Das Projekt "Lebenszeichen ⋮ Znaki Życia" erforscht diese Geschichte. Erinnerungszeichen in den verschiedenen Regionen Deutschlands werden dokumentiert und das vorhandene Wissen über die Hintergründe kontextualisiert, "blinde Flecken" ausgemacht.
Es geht um die Menschen, deren Geschichten in Spuren und Erzählungen sichtbar gemacht werden – oder unsichtbar bleiben. Manche verbrachten zwangsweise mehrere Jahre im Deutschen Reich, manche blieben nur kurze Zeit. Die allermeisten kamen während des Kriegs als Zwangsarbeiter:innen und Kriegsgefangene. Oder sie waren Häftlinge aus Konzentrationslagern, darunter polnische Jüdinnen und Juden. In manchen Fällen lebten Polinnen und Polen bereits vor dem Überfall auf Polen im Deutschen Reich. Und gegen Kriegsende gab es mancherorts Angehörige der polnischen Armee als alliierte Streitkräfte.