Lesesalon
Raum für Begegnungen mit polnischer Literatur
Deutsches Polen-Institut: Residenzschloss 1, 64283 Darmstadt
Es gibt Bücher, die man liest.
Und es gibt Bücher, denen man begegnet.
Der Lesesalon möchte Raum für genau diese Begegnungen schaffen. Er lädt dazu ein, polnische Literatur in einer besonderen Atmosphäre neu zu entdecken.
An ausgewählten Sonntagnachmittagen öffnet sich der Karl-Dedecius-Saal des Deutschen Polen-Instituts für Geschichten, Gedichte und Gespräche – begleitet von sanften Atem- und Körperübungen, stillem Lesen und einem offenen Austausch.
Im Mittelpunkt steht nicht die literaturwissenschaftliche Analyse, sondern die persönliche Begegnung mit Texten. Jede Veranstaltung widmet sich einem eigenen Thema oder einer Autorin bzw. einem Autor und lädt dazu ein, in Ruhe zu lesen, zuzuhören, nachzudenken und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Ob Sie die polnische Literatur bereits kennen oder sie zum ersten Mal entdecken möchten – alle Interessierten sind herzlich willkommen. Gelesen werden deutschsprachige Übersetzungen; wer möchte, kann auch einen Blick in die polnischen Originale werfen und beide Sprachwelten miteinander vergleichen.
Der Lesesalon versteht sich als offener Raum für Literatur, Begegnung und gemeinsames Entdecken.
So gestaltet sich ein Lesesalon
Jeder Lesesalon folgt einem ähnlichen Ablauf und lädt dazu ein, den Alltag für einen Moment hinter sich zu lassen und ganz in die Welt der Literatur einzutauchen.
Ankommen
Bei einer Tasse Tee oder einem Glas Wasser ist Zeit, in Ruhe anzukommen, den Raum kennenzulernen und erste Bücher zu entdecken.
Ankommen mit Atem und Bewegung
Jeder Lesesalon beginnt mit einer etwa 20-minütigen Einstimmung mit Atem und Bewegung. Mit sanften Atem- und Körperübungen – inspiriert von Yoga und bewusster Atemwahrnehmung – nehmen wir uns Zeit, im Raum und bei uns selbst anzukommen, bevor wir uns gemeinsam der Literatur zuwenden.
Die Übungen sind einfach, freiwillig und ohne Vorkenntnisse möglich. Sie können im Stehen oder Sitzen ausgeführt und den eigenen körperlichen Möglichkeiten angepasst werden; eine Yogamatte ist nicht erforderlich. Wer nicht aktiv teilnehmen möchte, kann die Zeit ebenso zum stillen Ankommen oder ersten Blättern in den bereitliegenden Büchern nutzen.
Literarischer Impuls
Eine kurze Einführung eröffnet das Thema des jeweiligen Nachmittags und lädt dazu ein, die ausgewählten Texte aus unterschiedlichen Perspektiven zu entdecken.
Zeit zum Lesen
Im Mittelpunkt steht das stille Lesen. Aus einer kuratierten Auswahl können Sie ganz frei wählen, welchen Texten Sie begegnen möchten. Unterschiedliche Leseplätze laden dazu ein, es sich auf die jeweils eigene Weise bequem zu machen – in gemütlichen Sitzecken mit Kissen und Decken ebenso wie auf Stühlen und an Tischen.
Begegnung und Austausch
Zum Abschluss kommen wir bei Tee und Literatur miteinander ins Gespräch. Wer möchte, kann Gedanken, Eindrücke oder einen Satz teilen, der aus der Lektüre nachklingt; ebenso willkommen ist es, einfach zuzuhören. Eine kurze gemeinsame Abschlussrunde gibt Raum für das, was aus der Lektüre nachklingt, und lässt den Nachmittag ruhig ausklingen.
Pilotreihe Herbst 2026 – Frühjahr 2027
Sonntag, 18. Oktober 2026 | 16:00–18:00 Uhr
Sehnsucht und Stille. Polnische Romantik in deutschen Übersetzungen
Den Auftakt des Lesesalons bildet ein Nachmittag im Zeichen der polnischen Romantik.
Passend zum Jahresthema des Deutschen Polen-Instituts widmen wir uns den großen Stimmen der romantischen Literatur – unter anderem Adam Mickiewicz, Juliusz Słowacki und Cyprian Kamil Norwid. Im Mittelpunkt stehen ausgewählte deutsche Übersetzungen, ergänzt durch die Möglichkeit, auch die polnischen Originaltexte kennenzulernen.
Zwischen Balladen und Romanzen, Auszügen aus Dziady (Ahnenfeier) und weiteren romantischen Werken möchten wir einen Raum schaffen, in dem Literatur nicht nur gelesen, sondern erlebt werden darf.
Sonntag, 29. November 2026 | 16:00–18:00 Uhr
Vom Staunen und Menschsein. Ein Nachmittag mit Lyrik
Mit Gedichten von Wisława Szymborska, Czesław Miłosz, Tadeusz Różewicz und weiteren bedeutenden Stimmen der polnischen Lyrik.
Ein Nachmittag voller leiser Töne, poetischer Bilder und gemeinsamer Entdeckungen.
Sonntag, 31. Januar 2027 | 16:00–18:00 Uhr
Zwischen Mythos und Wirklichkeit. Olga Tokarczuk lesen
Die Literatur der Nobelpreisträgerin lädt dazu ein, Geschichten, Erinnerungen und Landschaften neu zu entdecken. Gemeinsam widmen wir uns ausgewählten Prosatexten, die zum langsamen Lesen und Nachdenken einladen.
Sonntag, 4. April 2027 | 16:00–18:00 Uhr
Anfänge. Kleine Geschichten für den Frühling
Der vierte Lesesalon lädt zu einer literarischen Entdeckungsreise durch kurze Prosatexte verschiedener Autorinnen und Autoren ein. Zwischen Humor, leisen Zwischentönen, Hoffnung und Aufbruch begegnen wir unterschiedlichen Stimmen der polnischen Literatur – wie bei einem Spaziergang durch einen literarischen Frühlingsgarten.
Organisatorisches
Ort
Karl-Dedecius-Saal
Deutsches Polen-Institut
Residenzschloss 1
64283 Darmstadt
Moderation
Karolina Walczyk-Rosar
Teilnahme und Anmeldung
Die Teilnahme ist kostenfrei. Da die Platzzahl begrenzt ist, freuen wir uns über eine vorherige Anmeldung. Kurzentschlossene Gäste sind – sofern noch Plätze verfügbar sind – selbstverständlich ebenfalls herzlich willkommen.
Anmeldung gerne per E-Mail bei Karolina Walczyk-Rosar unter walczyk-rosar@dpi-da.de oder telefonisch unter 06151 420214.