Die Blechtrommel. Film von Volker Schlöndorff rexFilmGespräch mit Dr. Ilona Copik
Programmkino Rex: Wilhelminenstraße 9, 64283 Darmstadt
Die Blechtrommel
Film von Volker Schlöndorff (D, FRA 1979, 142 Minuten)
Im Anschluss rexFilmGespräch mit Dr. Ilona Copik (Schlesische Universität Kattowitz). Einführung und Moderation: Dr. Andrzej Kaluza
Das Deutsche Polen-Institut präsentiert einen Klassiker des deutschen Nachkriegsfilms: Oskar Matzerath (David Bennent) ist ein aufgewecktes Bürschchen, das im Danzig der 1920er Jahre zur Welt gekommen ist. Als kritischer Beobachter seiner Umgebung beschließt Oskar im Alter von drei Jahren, dass er nicht mehr wachsen will. Damit möchte er gegen die Bigotterie der Erwachsenen protestieren. Ein Sturz die Kellertreppe herunter sorgt für das gewünschte Ergebnis, und er verharrt die folgenden 18 Jahre im Körper eines Kleinkindes, während er sich geistig weiter entwickelt und innerlich zu einem jungen Mann heranreift.
Noch im Krankenhaus malträtiert der kleine Junge seine Blechtrommel, die er geschenkt bekommen hatte. Die Erwachsenen haben keine Chance, dem Jungen das Instrument abzunehmen. Fortan entwickelt sich Oskar als Stachel im Fleisch seiner Umgebung, da er die verlogene Art seiner Familie sowie der sonstigen Erwachsenen nicht ertragen kann. Die polnisch-kaschubische Familie seiner Mutter, die Ereignisse und um die Verteidigung der „Polnischen Post“ am 1. September 1939 und die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus dem nationalsozialistischen Danzig – Volker Schlöndorffs Film erzählt nebenbei auch ein gutes Stück der komplizierten deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte.
Basierend auf dem Roman des späteren Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass inszenierte Schlöndorff das Drama um die Familie Matzerath mit ihren rheinländischen und kaschubischen Wurzeln aus Sicht ihres Sohnes Oskar mit David Bennent, Mario Adorf, Daniel Olbrychski, Katharina Thalbach und Angela Winkler in den Hauptrollen.