Die Marienburg nach 1945: Der lange Wiederaufbau des Ordensschlosses
Vortrag von Dr. Janusz Trupinda (Direktor des Schlossmuseums Marienburg)
Deutsches Polen-Institut: Residenzschloss 1, 64283 Darmstadt
Die Marienburg (Malbork) hat eine große Bedeutung für die Geschichte Polens und Deutschlands. Als historisches Denkmal ist sie tief im historischen Denken der Polen und der Deutschen verwurzelt. 1997 wurde sie auf die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Sie zählt zu den größten Touristenattraktionen der Welt und zieht mit ihrer architektonischen Schönheit, ihrer Geschichte und den Ausstellungen des Schlossmuseums zahlreiche Besucher aus aller Welt an. Seit über 200 Jahren stellt ihr Wiederaufbau eine ständige Herausforderung dar: zunächst nach den Zerstörungen durch die preußische Verwaltung, die hier ein Gefängnis einrichtete, und später durch die angreifende Rote Armee 1945. An ihrer Rekonstruktion arbeiteten sowohl deutsche als auch polnische Denkmalpfleger. Die Burg ist somit unser gemeinsames Erbe. Warum weckt sie immer noch starke Emotionen? Warum wird sie in politischen Narrativen immer noch instrumentalisiert und in einem ideologischen und nationalistischen Kontext präsentiert?
Dr. Janusz Trupinda, Direktor des Marienburg-Museums, spricht über die komplizierte Geschichte der Burg, ihre ersten Besitzer und die Erinnerung an sie, den Wiederaufbau und die aktuellen Aktivitäten des Museums. Er ist Historiker, Kulturmanager und Museumswissenschaftlier. Absolvent der Universität Danzig und der Warschauer Wirtschaftsschule SGH. Autor von über hundert wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Publikationen, darunter mehrerer Büchern. Sein Hauptforschungsgebiet ist die Geschichte des Mittelalters, insbesondere die Geschichte des Deutschen Ordens.