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Der XI. und, wie sich später herausstellen sollte, letzte reguläre Parteitag der SED (Berlin, 21.4.1986); Foto: Peter Zimmermann; Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-1986-0421-051

Von der politischen Utopie zum gesellschaftlichen Albtraum

Innenleben, Transformation und Aufarbeitung des Kommunismus in Deutschland und Polen

 

Der 100. Jahrestag der Oktoberrevolution lenkt die Aufmerksamkeit der historischen Forschung und der deutschen Öffentlichkeit nicht nur auf die historische Aufarbeitung des Kommunismus in der Sowjetunion. Auch die Geschichte der unterschiedlichen Prägungen des Kommunismus, der kommunistischen Parteien und der von ihnen bestimmten Politik in den Staaten und Gesellschaften Ost- und Ostmitteleuropas ist eng mit diesem Jahrestag verbunden.

Das Deutsche Polen-Institut organisiert  ab Herbst 2017  eine öffentliche Veranstaltungsreihe sowie einen wissenschafltichen Workshop, um die Zeit des Kommunismus und insbesondere die gesellschaftlichen Transformationsprozesse seit den 1980er Jahren in Deutschland und in Polen zu thematisieren. Eingebettet in diesen politischen und gesellschaftlichen Kontext sollen vor allem im Rahmen des Workshops Funktionen,  Innenleben und Niedergang der  beiden staatssozialistischen Parteien – der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) sowie der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PVAP) – diskutiert werden.

Logo der Stiftung Aufarbeitung: Der Kommunismus - Utopie und WirklichkeitZiele des Projekts sind die Vermittlung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse aus interdisziplinären Forschungen zu staatssozialistischen Parteien im Europa des 20. Jahrhunderts –  insbesondere in der Deutschen Demokratischen Republik und in der Volksrepublik Polen – an eine interessierte Öffentlichkeit und die Anregung weiterer Forschungen.

 

Projektpartner:  Jakub Szumski M.A., Polnische Akademie der Wissenschaften, Warschau

Die Partei hat immer recht!

Anspruch, Wirklichkeit und Aufarbeitung der kommunistischen Parteien in der Deutschen Demokratischen Republik und der Volksrepublik Polen

Vom 8. bis zum 9. Dezember 2017 veranstaltet das Deutsche Polen-Institut in Darmstadt einen wissenschaftlichen Workshop, der sich den Erfahrungen in den letzten zwei Dekaden der kommunistischen Herrschaft in Deutschland und Polen widmet und die kommunistischen Parteien in den Mittelpunkt stellt: die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) und die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei (PVAP). Galten die frühen 1970er Jahre in der DDR und in Polen als Zeit von Stabilität, so waren die 1980er Jahre eine Dekade des  politischen und wirtschaftlichen Niedergangs. Doch was bedeuteten diese Zuschreibungen konkret aus einer Innensicht der kommunistischen Parteien sowie in ihrem gesellschaftlichen Kontext?

Banner "Lang lebe die PZPR"; Janusz Oleksiewicz: Warszawska Wola, Warschau 1974Ziel dieses Workshops ist es, einen Dialog zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem dynamischen und interdisziplinär aufgestellten Feld der Parteienforschung zu befördern, um die Funktionen der kommunistischen Parteien im Machtgefüge der Deutschen Demokratischen Republik und der Volksrepublik Polen zu diskutieren. Es soll ein differenziertes Bild vom Innenleben der Parteien, von den Beziehungen zwischen Partei, Staat und Gesellschaft und schließlich vom Niedergang der staatssozialistischen Parteien entworfen werden. Dabei werden nicht nur politik-, sondern auch sozial- und kulturgeschichtliche Dimensionen berücksichtigt. So kann der postulierte Anspruch der Parteien auf Allmacht und innere Einheit in ein aufschlussreiches Spannungsverhältnis zu den Ausprägungen historischer Wirklichkeiten gesetzt werden.

 

Weitere Informationen

Sie können sich noch bis zum 7. August 2017 für den Workshop bewerben! Call for papers

Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“

 

 

 

Plakat der Ausstellung "Der Kommunismus in seinem Zeitalter"

Die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ wird im Deutschen Polen-Institut in zentraler Stadtlage im Darmstädter Residenzschloss vom 25. Oktober bis zum 20. Dezember 2017 gezeigt. Wir laden Sie herzlich ein, die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Instituts, montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr, zu besuchen.

Vernissage der Ausstellung im DPI 

Am 25. Oktober 2017 wird die Ausstellung im DPI mit einer Filmcollage und einem Gespräch zum Thema „100 Jahre kommunistische Revolution in Europa. Eine kritische Zeitreise“ eröffnet.

Weitere Informationen zur Ausstellung im DPI

Weitere Materialien zur Ausstellung auf der Seite der Stiftung Aufarbeitung

 

Gesprächsabend zum Thema

"2017! Ein Jahrhundert kommunistische Revolution in Europa.
Von Auflösung und Nachleben des Staatssozialismus in Deutschland und Polen“

Das moderierte Gespräch mit Diskussion stellt die Erfahrungen von Akteuren in Deutschland und Polen, die eine Innensicht auf die Transformationszeit vor und nach der Wende ermöglichen, in den Mittelpunkt. Es soll darüber diskutiert werden, mit welchen Mitteln die kommunistischen Parteien Macht auf die Bürgerinnen und Bürger ausübten, wie sie ihren allumfassenden Anspruch auf die Gestaltung aller Lebensbereiche formulierten und durchsetzten. Welche sozialen und kulturellen Möglichkeiten standen dem entgegen, welche Folgen hatte dies letztlich für die Entwicklung nach 1989/1990, welche Kontinuitäten und Brüche gilt es zu konstatieren oder hinterfragen?

 Freitag, 8.12.2017, 19.00 Uhr, Darmstadt. Nähere Informationen werden im August 2017 veröffentlicht.

 

Kinoreihe (Alb)Traum Kommunismus
100 Jahre Revolution im Film

Oktober. Zehn Tage, die die Welt erschütterten

(Sergej M. Eisenstein, 1928, 102 Minuten)
Kooperationspartner: studentischer Filmkreis der TU Darmstadt
Gespräch/Kommentar: Prof. Dr. Jan Kusber (Universität Mainz), Dr. Andrzej Kaluza (DPI)

Lech Wałęsa – Der Mann aus Hoffnung

(Andrzej Wajda,  2013, 119 Min.)
Gespräch/Kommentar: Dr. Andrzej Kaluza, Julia Röttjer M.A. (DPI)

Die Reue

(Tengis Abuladse, 1984/1987, 153 Min.)
Gespräch/Kommentar: Dr. Andrzej Kaluza, Julia Röttjer M.A. (DPI)

Nähere Informationen werden im August 2017 veröffentlicht.