Bundesarchiv183 1986 0421 051 FotoPeter Zimmermann 480x230

Der XI. und, wie sich später herausstellen sollte, letzte reguläre Parteitag der SED (Berlin, 21.4.1986); Foto: Peter Zimmermann; Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-1986-0421-051

8. – 09.12.2017

Die Partei hat immer recht!

Deutsches Polen-institut, Residenzschloss, Marktplatz 15, 64285 Darmstadt

Veranstalter: Deutsches Polen-Institut, Darmstadt

Anspruch, Wirklichkeit und Aufarbeitung der kommunistischen Parteien in der Deutschen Demokratischen Republik und der Volksrepublik Polen ab 1970

Der von der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderte Workshop findet vom 8. bis 9. Dezember 2017 in Darmstadt am Deutschen Polen-Institut statt, mit einer öffentlichen Gesprächsveranstaltung am Abend des 8. Dezember. In den Räumen des Instituts wird begleitend die Ausstellung "Der Kommunismus in seinem Zeitalter" der Bundesstiftung Aufarbeitung gezeigt.  

Der 100. Jahrestag der Oktoberrevolution 1917 lenkt die Aufmerksamkeit
der historischen Forschung und der Öffentlichkeit nicht nur auf die
geschichtliche Aufarbeitung des Kommunismus in der Sowjetunion. Auch die
Geschichte der unterschiedlichen Prägungen des Kommunismus, der
kommunistischen Parteien und der von ihnen bestimmten Politik in den
Staaten und Gesellschaften Ostmittel- und Osteuropas ist eng mit diesem
Jahrestag verbunden.

Dieser Workshop widmet sich den Erfahrungen in den letzten zwei Dekaden
der kommunistischen Herrschaft in Deutschland und Polen und stellt die
kommunistischen Parteien in den Mittelpunkt: die Sozialistische
Einheitspartei Deutschlands (SED) und die Polnische Vereinigte
Arbeiterpartei (PVAP). Galten die frühen 1970er Jahre in der DDR und in
Polen als Zeit von Stabilität, so waren die 1980er Jahre eine Dekade des
politischen und wirtschaftlichen Niedergangs. Doch was bedeuteten diese
Zuschreibungen konkret aus einer Innensicht der kommunistischen Parteien
sowie in ihrem gesellschaftlichen Kontext?

Ziel dieses Workshops ist es, einen Dialog zwischen Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftlern aus dem dynamischen und interdisziplinär
aufgestellten Feld der Parteienforschung zu befördern, um die Funktionen
der kommunistischen Parteien im Machtgefüge der Deutschen Demokratischen
Republik und der Volksrepublik Polen zu diskutieren. Es soll ein
differenziertes Bild vom Innenleben der Parteien, von den Beziehungen
zwischen Partei, Staat und Gesellschaft und schließlich vom Niedergang
der staatssozialistischen Parteien entworfen werden. Dabei sollen nicht
nur politik-, sondern auch sozial- und kulturgeschichtliche Dimensionen
berücksichtigt werden. So kann der postulierte Anspruch der Parteien auf
Allmacht und innere Einheit in ein aufschlussreiches Spannungsverhältnis
zu den Ausprägungen historischer Wirklichkeiten gesetzt werden. Es wird
unter anderen nach folgenden Themen gefragt:

- Geschichte, Gegenwart, Ansätze und Perspektiven der Forschung zur SED
und zur PVAP,
- Innenleben der Parteien seit den 1970er Jahren (Strukturen,
Fraktionen, Spaltungen, Interessengruppen),
- Wechselwirkungen im Geflecht Partei-Staat-Gesellschaft,
- Krisen, Niedergang und Auflösungserscheinungen der SED und PVAP in den
1980er Jahren.

Als gesetzte Kommentatoren und Sprecher  konnten bereits Prof. Dr. Wlodzimierz
Borodziej (Warschau) sowie Prof. Dr. Martin Sabrow (Berlin/Potsdam ) gewonnen
werden. Die Veranstalter erhoffen sich von den eingereichten Themen innovative
Fallstudien, vergleichende oder synthetische Beiträge (Redezeit: 20
Minuten) zu diesen und weiterführenden Fragen von Forscherinnen und
Forschern aus Polen, Deutschland und weiteren Ländern. Die
Arbeitssprache ist Deutsch.

Bitte bewerben Sie sich mit einem Abstract
(300 Wörter) und einem Kurzlebenslauf
bis zum 7.08.2017 an
roettjer@dpi-da.de.
Eine Bestätigung über die Annahme Ihrer Präsentation
erhalten Sie im Anschluss schnellstmöglich. Reise- und Unterkunftkosten
werden vom Deutschen Polen-Institut durch die Förderung der
Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur getragen.

Organisatoren: Julia Röttjer M.A., Jakub Szumski M.A.

Näheres zum Projekt
Die Ausschreibung im pdf-Format finden Sie hier: Ausschreibung "Die Partei hat immer recht!".