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Band Nr. 22

Jahrbuch Polen 2011

Kultur

Rezensionen

Beitrag von Anna Nasiłowska: Polnische Kulturpolitik nach 1989, Parallelveröffentlichung in deutscher Sprache auf www.portalpoint.info und auf dem Portal des Instituts für Auslandsbeziehungen www.ifa.de

Beitrag von Nawojka Cieślińska-Lobkowicz: Berlin auf der Karte der polnischen Kunst, Parallelveröffentlichung in deutscher Sprache in den Polen-Analysen Nr 85

Pressemitteilungen

Pressemitteilung zum
Jahrbuch Polen 2011 Kultur

Nach 1990 haben sich Kulturkontakte zwischen Deutschland und Polen spontan und dazu noch in atemberaubendem Tempo entwickelt, mit mehr als 1000 Veranstaltungen jährlich ist die polnische Kultur in Deutschland nicht zu übersehen. Doch fehlt uns oft der Überblick über das, was das Nachbarland kulturell bewegt; zudem haben es bestimmte Kultursparten schwer, hierzulande überhaupt wahrgenommen zu werden.

Die aktuelle Ausgabe des Jahrbuch Polen 2011 Kultur bietet einen Einblick in die kulturelle Entwicklung Polens nach 1989. So charakterisiert Anna Nasiłowska in ihrem Essay die Haltung nicht nur der Juristen und Ökonomen, die die Politik im freien Polen bestimmen, sondern auch der Vertreter aus dem Wissenschafts-, Kultur- und Medienbereich, die auf eine Kürzung staatlicher Ausgaben für Kultur drängten, deren Konsequenzen überall sichtbar sind. Przemysław Czapliński beschäftigt sich mit dem Einfluss der Geschichte auf die polnische Gegenwartskultur. Er macht deutlich, wie vor allem die Kultur (Literatur, Film, Comic und Musik) die vorherrschende Geschichtsbetrachtung („Geschichtspolitik“) in Polen nach 1989 reflektierte. Auf eine spannende Entwicklung in der polnischen Literatur weist Paweł Dunin-Wąsowicz hin, der in die Szene der »alternativen Historie« einführt (Was wäre gewesen, wenn …). Dabei betreffen die meisten Werke die Schlüsselereignisse des 20. Jahrhunderts, darunter ganz besonders den Zweiten Weltkrieg. Dass in Deutschland kein einziges Buch dieses Genres übersetzt wurde, erstaunt ein wenig, tangieren doch die meisten Werke dieses Genres direkt das deutsch-polnische Verhältnis.

Nawojka Cieślińska berichtet über die polnische Kunstszene in Berlin, Anna Weronika Brzezińska über polnische Volkskultur und Olaf Kühl über die Karriere von Dorota Masłowska; der Soziologe Tomasz Szlendak präsentiert den Typus des polnischen (Pop-)Kulturkonsumenten. Stefanie Peter und Philipp Goll porträtieren in ihrem Beitrag das Milieu um die linke Monatsschrift KRYTYKA POLITYCZNA und stellen dabei den mit dem Magazin verbundenen Künstler Artur Żmijewski vor. Interviews mit dem Komponisten Paweł Mykietyn und dem Maler Wilhelm Sasnal beweisen, dass die Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur, dem Heimatland und seiner Geschichte für polnische Künstler von aktueller Bedeutung ist.

Im Literaturteil des Jahrbuchs 2011 finden sich Prosawerke von Łukasz Orbitowski, Albrecht Lempp, Stefan Chwin / Krystyna Lars, Wiesław Myśliwski und Piotr Paziński, dazu ein Auszug aus einem Theaterstück von Dorota Masłowska und Gedichte von Artur Szlosarek. Unsere Chronik »Mein Jahr« hat Olga Tokarczuk geschrieben.