Am 3. Januar 2010 verstarb in Bitburg mit Tomasz Niewodniczañski eine herausragende Persönlichkeit deutsch-polnischer Gegenwart.
Dr. Dr.h.c. Tomasz Niewodniczañski, Kernphysiker und langjähriger
Geschäftsführer der Bitburger Brauerei, engagierte sich sowohl
wirtschaftlich als auch ehrenamtlich in der Region Bitburg/Trier, die
zu seiner zweiten Heimat wurde. Dabei war ihm die deutsch-polnische
Aussöhnung immer eine Herzensangelegenheit. Tomasz Niewodniczañski gilt als größter Sammler kartographischer Werke aus der Zeit der polnisch-litauischer Doppelmonarchie, aber auch von seltenen Polonica wie den Dokumenten und Handschriften polnischer Könige, Autographen von Adam Mickiewicz oder Briefen von Frederic Chopin. Seine unschätzbare kartographische Sammlung vermachte er dem Warschauer Königsschloss, wo sie als Geschenk an die polnische Nation einen würdigen Platz finden wird.
Das Deutsche Polen-Institut verdankt ihm wertvolle Unterstützung in den Zeiten des Aufbaus. 2004 realisierte das Institut zusammen mit dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt die Ausstellung »Imago Poloniae«, eine umfangreiche Polonica-Ausstellung des Bitburger Sammlers. 2000 zeigte das Institut eine Ausstellung von Danziger Karten im Haus Deiters, 1989 gab das DPI Briefe und Autographe des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz aus der Niewodniczañski-Sammlung heraus.
Tomasz Niewodniczañski wurde am 25. September 1933 als ältester Sohn eines polnischen Physikers in Vilnius (heute Litauen) geboren. Er studierte Physik und arbeitete am Warschauer Institut für Kernforschung. Während eines Stipendiums in Zürich lernte er die Bitburger Architekturstudentin Marie-Luise Simon kennen. Das Paar heiratete in Trier und zog anschließend nach Warschau. Anfang der 1970er Jahre arbeitete Niewodniczañski als Kernphysiker in Darmstadt, später zog er mit der Familie nach Bitburg, wo er Geschäftsführer der Bitburger Brauerei Simon wurde und das Unternehmen bis 1998 erfolgreich leitete.
Das Deutsche Polen-Institut trauert um einen herausragenden Mittler zwischen Deutschen und Polen.
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