Deutsches Polen-Institut
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Freitag, 19. September 2008

Neue Blicke auf Polen

Erfolg der ersten Interdisziplinären Sommerschule des Deutschen Polen-Instituts

Zehn Tage lang haben sich 20 polnische und deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler auf Einladung des Deutschen Polen-Instituts (DPI) mit unterschiedlichen Aspekten von Transformation in Polen beschäftigt. Gefördert von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der Deutschen Bank A.G., informierten sie sich im Rahmen der soeben zu Ende gegangenen ersten Interdisziplinären Sommerschule des DPI zunächst drei Tage am Institutssitz in Darmstadt intensiv über zeitgeschichtlichen, politik- und kulturwissenschaftlichen Perspektiven auf den umfassenden Systemwechsel in Polen. Dabei fanden die aus vielen verschiedenen Disziplinen stammenden Doktoranden und fortgeschrittenen Studenten unter Anleitung der Professoren W³odzimierz Borodziej, Klaus Ziemer und Wolfgang Schlott rasch heraus, dass ganz unterschiedliche »Bilanzen der Transformation« möglich sind. Auf eine sehr persönliche und zugleich anschauliche Weise zeigte dies auch Frau Prof. Dr. Gesine Schwan in ihrem öffentlichen Abendvortrag, in dem sie vor mehr als 300 Besuchern aus dem Stegreif über »Polens Transformation nach 1989: Ergebnisse und Perspektiven« reflektierte.

Der zweite Teil der Sommerschule führte über Stationen in der Gedenkstätte Buchenwald und in Weimar direkt an den Rand der Transformationslandschaft selbst – in das pittoreske Görlitz, wo am Sitz des Instituts für kulturelle Infrastruktur Sachsen, dem Schloss Klingewalde, getagt wurde, dessen Direktor, Prof. Matthias Theodor Vogt, in die Arbeit der Einrichtung einführte. Hier standen zwei weitere Thementage auf dem Programm, geleitet von Prof. Jan Winiecki (Wirtschaft) und Prof. Miros³awa Grabowska (Soziologie). Es war nun aber auch Zeit, das theoretische Wissen in der Praxis zu erproben, so bei Gesprächen mit dem langjährigen Görlitzer Kulturbürgermeister Ulf Großmann, Vertretern der Wirtschaftsförderung der deutsch-polnischen Doppelstadt Görlitz/Zgorzelec, mit dem Bürgermeister von Zgorzelec und dem Bürgermeister von Herrnhut, aber auch bei Besuchen im polnischen Braunkohlekraftwerk Turów und in den Tagebau-Rekultivierungsgebieten auf deutscher Seite.

Die kunterbunt durch die Fachgebiete zusammengesetzte Teilnehmerschar machte aus ihrer Begeisterung über die Sommerschule kein Geheimnis: Vereint durch ihr Interesse an Polen wie auch an Aspekten von Transformation, waren die in entspannter und immer anregender Atmosphäre stattfindenden Diskussionen kaum weniger als ein Musterbeispiel für ein gelungenes interdisziplinäres Projekt. Auch die wissenschaftlich hoch angesehenen Dozenten waren sehr angetan. Das Deutsche Polen-Institut sieht sich dadurch in seinen Bemühungen bestätigt, die deutsche Polenforschung über die disziplinären Grenzen hinweg weiter zu vernetzen und zu stimulieren. Nächster Schritt ist eine große Tagung der deutschen Polenforschung Ende Februar 2009 in Darmstadt. Und natürlich soll es 2009 auch wieder eine Sommerschule geben.


Dr. Andrzej Kaluza
Deutsches Polen-Institut
Alexandraweg 28
64287 Darmstadt

Fon: 06151-4985-13
Fax: 06151-4985-10
E-Mail: kaluza@dpi-da.de
Homepage: http://www.deutsches-polen-institut.de

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