Erfolg der ersten Interdisziplinären Sommerschule des Deutschen Polen-Instituts Zehn Tage lang haben sich 20 polnische und deutsche
Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler auf Einladung des
Deutschen Polen-Instituts (DPI) mit unterschiedlichen Aspekten von
Transformation in Polen beschäftigt. Gefördert von der ZEIT-Stiftung
Ebelin und Gerd Bucerius und der Deutschen Bank A.G., informierten sie
sich im Rahmen der soeben zu Ende gegangenen ersten Interdisziplinären
Sommerschule des DPI zunächst drei Tage am Institutssitz in Darmstadt
intensiv über zeitgeschichtlichen, politik- und
kulturwissenschaftlichen Perspektiven auf den umfassenden Systemwechsel
in Polen. Dabei fanden die aus vielen verschiedenen Disziplinen
stammenden Doktoranden und fortgeschrittenen Studenten unter Anleitung
der Professoren W³odzimierz Borodziej, Klaus Ziemer und Wolfgang
Schlott rasch heraus, dass ganz unterschiedliche »Bilanzen der
Transformation« möglich sind. Auf eine sehr persönliche und zugleich
anschauliche Weise zeigte dies auch Frau Prof. Dr. Gesine Schwan in
ihrem öffentlichen Abendvortrag, in dem sie vor mehr als 300 Besuchern
aus dem Stegreif über »Polens Transformation nach 1989: Ergebnisse und
Perspektiven« reflektierte.
Der zweite Teil der Sommerschule führte über Stationen in der
Gedenkstätte Buchenwald und in Weimar direkt an den Rand der
Transformationslandschaft selbst – in das pittoreske Görlitz, wo am
Sitz des Instituts für kulturelle Infrastruktur Sachsen, dem Schloss
Klingewalde, getagt wurde, dessen Direktor, Prof. Matthias Theodor
Vogt, in die Arbeit der Einrichtung einführte. Hier standen zwei
weitere Thementage auf dem Programm, geleitet von Prof. Jan Winiecki
(Wirtschaft) und Prof. Miros³awa Grabowska (Soziologie). Es war nun
aber auch Zeit, das theoretische Wissen in der Praxis zu erproben, so
bei Gesprächen mit dem langjährigen Görlitzer Kulturbürgermeister Ulf
Großmann, Vertretern der Wirtschaftsförderung der deutsch-polnischen
Doppelstadt Görlitz/Zgorzelec, mit dem Bürgermeister von Zgorzelec und
dem Bürgermeister von Herrnhut, aber auch bei Besuchen im polnischen
Braunkohlekraftwerk Turów und in den Tagebau-Rekultivierungsgebieten
auf deutscher Seite.
Die kunterbunt durch die Fachgebiete zusammengesetzte Teilnehmerschar
machte aus ihrer Begeisterung über die Sommerschule kein Geheimnis:
Vereint durch ihr Interesse an Polen wie auch an Aspekten von
Transformation, waren die in entspannter und immer anregender
Atmosphäre stattfindenden Diskussionen kaum weniger als ein
Musterbeispiel für ein gelungenes interdisziplinäres Projekt. Auch die
wissenschaftlich hoch angesehenen Dozenten waren sehr angetan. Das
Deutsche Polen-Institut sieht sich dadurch in seinen Bemühungen
bestätigt, die deutsche Polenforschung über die disziplinären Grenzen
hinweg weiter zu vernetzen und zu stimulieren. Nächster Schritt ist
eine große Tagung der deutschen Polenforschung Ende Februar 2009 in
Darmstadt. Und natürlich soll es 2009 auch wieder eine Sommerschule
geben.
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