Aus dem Jahrbuch 10 (1999)
Aus dem Jahrbuch 9 (1998)
Aus dem Jahrbuch 8 (1996/97)
Aus dem Jahrbuch 7 (1995)
Aus dem Jahrbuch 6 (1994)
Aus dem Jahrbuch 5 (1993)
Aus dem Jahrbuch 4 (1992)
Aus dem Jahrbuch 3 (1991)
Aus dem Jahrbuch 2 (1990)
Aus dem Jahrbuch 1 (1989)
Rezensionen
Aus dem Jahrbuch 10 (1999)
DIETER BINGEN: Nur der Wandel ist beständig. Das Deutsche Polen-Institut vor neuen Herausforderungen und Chancen
ALEKSANDER WAT:
Mein Jahrhundert. Kapitel V: Ich schreibe ein Stück für die allgemeine
Nationalausstellung. Berlin 1928 Das Handwerkszeug eines Humanisten.
ZYGMUNT BAUMAN im Gespräch mit Roman Kubicki und Anna Zeidler-Janiszewska
LESZEK BALCEROWICZ: Polen im Wandel. Geschichte und Botanik.
Briefe von HERMANN KESTEN an Józef Wittlin 1941-1945
http://www.harrassowitz.de/verlag/SLAVIC99.HTM - (Jahrbuch 1999 und Das " erinnern" Band)
Aus dem Jahrbuch 9 (1998)
WOJCIECH PIÊCIAK: Goldhagen, die Wehrmachtsausstellung und die jüngsten Historikerdebatten aus dem polnischen Blickwinkel
WOLFGANG THIERSE: Warum ich Sozialdemokrat wurde
JAN M. ROKITA: Warum ich kein Sozialdemokrat wurde
ANDRZEJ ZOLL: Der lange Weg zur neuen Verfassung der Republik Polen
BASIL KERSKI: Exil freiheitlichen Denkens. Zum fünfzigjährigen Jubiläum der Pariser KULTURA
ZBIGNIEW ¦WIAT£OWSKI: Das verknotete Wurzelwerk der erinnernden Phantasie. Günter Grass' Suche nach dem Land der Polen
http://www.harrassowitz.de/verlag/SLAVIC98.HTM - (IV Jahrbuch 1998)
Aus dem Jahrbuch 8 (1996/97)
MARKUS KRZOSKA: Noch unfertig sind der Geschichte Werke. Versuch einer Zwischenbilanz des deutsch-polnischen Verhältnisses
HEINRICH OLSCHOWSKY: Eigenbilder - Fremdbilder. Wie Loest und Enzensberger Polen sehen
MAREK PELC: Der Antisemitismus ohne Juden in Polen
HANS-CHRISTIAN TREPTE: Europa im intellektuellen Diskurs der
Emigranten. Czes³aw Mi³osz - Milan Kundera Ein Kollege vom
¯eromski-Gymnasium. Gespräch mit dem Schriftsteller ANDRZEJ BRAUN
ANDRZEJ BRAUN: Deutschstunden. Fragment aus dem Roman "Hundsfeld"
Aus dem Jahrbuch 7 (1995):
ZDIS£AW KRASNODÊBSKI: Hat die Revolution ihre Kinder gefressen?
MAREK ZALESKI: Die rechte Konterrevolution der Jungen.
ADAM ZAGAJEWSKI: Im fremden Städten.
GUSTAW HERLING-GRUDZIÑSKI: Stalins Mörder. Fragment aus "Eine andere Welt".
Aus dem Jahrbuch 6 (1994):
EWA KOBYLIÑSKA: Das polnische Gedächtnis und seine Symbole.
RYSZARD KAPUSCIÑSKI: Professor Mommsens Straße. Betrachtungen über Europa.
ALEKSANDE JUREWICZ: Wildgänse. Romanfragment aus "Lida".
Aus dem Jahrbuch 5 (1993):
ANDREAS LAWATY: Über die guten und die bösen Deutschen. Polnische literarische "Deutschlandreisen" in den fünfziger Jahren.
HANS-CHRISTIAN TREPTE: "Seltsames Land Du". Galizien als Thema der polnischen Literatur;
Gedichte von EWA LIPSKA, MAREK WOJDY£O, MACIEJ NIEMIEC.
Aus dem Jahrbuch 4 (1992):
W£ODZIMIERZ BOLECKI: "Heimat vieler Völker". Die "Idee von der gemeinsamen Heimat" im Werk von Józef Mackiewicz;
IRENA KEIJLIN-MITELMAN: Meine Erinnerungen an Bruno Schulz;
JERZY PILCH: Reiseprosa;
JANUSZ G£OWACKI: Vor dem Gewitter.
Aus dem Jahrbuch 3 (1991):
KLAUS-PETER WALTER: "Die eine Hälfte der Walnuß" - Polnische Juden: Biographie, Identität und Existenz.
DIETRICH SCHOLZE: Ein "therapeutisches" Stück. Zur Rezeption von Mrozeks "Porträt" auf deutschen Bühnen.
JULIAN STRYJKOWSKI : Rückkehr aus Munkacz.
Aus dem Jahrbuch 2 (1990):
ANDREAS LAWATY: Polnische Reflexionen im Jahr der deutschen Einheit.
ZBIGNIEW ¦WIAT£OWSKI: "Et in Arcadia ego". Heimatverlust in der polnischen Literatur nach 1945.
JAN JÓZEF SZCZEPAÑSKI: Das Schloß.
Aus dem Jahrbuch 1 (1989):
KARL DEDECIUS: Zwei Sterne auf getrennten Bahnen. Goethe und Mickiewicz.
STANIS£AW BARAÑCZAK: Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Die Poesie Polens in den achtziger Jahren;
Gedichte von WIS£AWA SZYMBORSKA, ARTUR MIÊDZYRZECKI, RYSZARD KRYNICKI.
Rezensionen
Zum Jahrbuch 3 (1991):
"Die
Pflege der deutsch-polnischen Beziehungen bleibt nach der
Wiederherstellung der deutschen Einheit eine große Herausforderung. Die
Schaffung einer gemeinsamen Staatsgrenze an der Oder und Neiße läßt die
endgültige Klärung unseres durch leidvolle Geschichte unsagbar
belasteten Verhältnisses zum nunmehrigen tatsächlichen Nachbarn noch
immer zu einer Schicksalsfrage werden. Dabei müssen auch und vor allem
auf kulturellem Gebiet Prioritäten gesetzt werden, befruchteten sich
hier doch Deutsche und Polen im Verlauf mehrerer Jahrhunderte besonders
augenfällig. Dem in Darmstadt beheimateten Deutschen Polen-Institut
kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. [...] Sie verstehen sich als
Jahrbuch des beiderseitigen Kulturdialogs und bieten sowohl deutschen
als auch polnischen Autoren eine Publikationsmöglichkeit. [...] In
seiner Materialfülle und Autorenvielfalt darf dieses Kompendium als
ausgesprochenes Standardwerk gelten, dem viele Leser zu wünschen sind."
(DIE BRÜCKE vom 15.5.1992)
Zum Jahrbuch 5 (1993):
"[...]
Einen in dieser Form einmaligen Einblick in die deutsch-polnischen
Kulturbeziehungen und einen Rückblick auf Literatur und Kultur des
vorangegangenen Jahres bietet das vom Deutschen Polen-Institut
Darmstadt herausgegebene Jahrbuch Deutsch-Polnische Ansichten. [...]
Neben der Kulturchronik und Bibliographie sowie literarischen Beiträgen
enthält das diesjährige Jahrbuch eine Reihe von Essays, die neue
Impulse für den deutsch-polnischen Kulturdialog geben, darunter die
Beiträge von Andreas Lawaty über "Polnische literarische
Deutschlandreisen in den fünfziger Jahren" und Leszek Szaruga über die
"Literatur der ehemaligen polnischen Ostgebiete".
(INTER FINITIMOS 1994)
Zum Jahrbuch 8 (1996/97):
"[...]
Bereits zum achten Mal ist heuer das Jahrbuch des Deutschen
Polen-Instituts Darmstadt erschienen. Der Mann, dem der Band in letzter
Konsequenz sein Erscheinen verdankt, bürgt für Qualität: Karl Dedecius,
inzwischen 76jährig und wie kaum ein anderer um die Popularisierung
polnischer Anliegen in Deutschland bemüht - als Übersetzer, als
Herausgeber, eben als Begründer des Polen-Instituts. Dedecius´ Zugang
zu Polen ist ein literarischer - kein Wunder daher, daß auch das
Jahrbuch seines Instituts die Literatur in den Vordergrund stellt,
selbstverständlich mit beeindruckender Sachkenntnis. [...] es will
Polen nicht nur in der Öffentlichkeit präsent, sondern auch
verständlich machen. [...] Besonderes Lob gebührt auch Ewa Kobyliñska
und Jutta Wierczimok, die das Jahrbuch redigiert haben. Sie haben es
über weite Strecken geschafft, unverständlichen Wissenschaftsjargon aus
dem Band herauszuhalten."
(Piotr Dobrowolski, OST-WEST-INFORMATIONEN 1997)
"Polonisten kennen und schätzen das Jahrbuch des Deutschen
Polen-Instituts in Darmstadt, ginge es nur um sie, wäre eine
Besprechung der Ansichten überflüssig. Ihr großer Vorzug ist aber
gerade, daß sie sich an ein breiteres interessiertes Publikum wenden
und auch denjenigen einen Einblick in die aktuelle kulturelle
Entwicklung Polens ermöglichen, die des Polnischen nicht mächtig sind.
Die im Vorjahr wichtigsten Ereignisse und Tendenzen in Literatur,
Theater, Film und Musik werden in den Artikeln unter der Rubrik
�Chronik� am Ende des Buches dargestellt und kompetent kommentiert.
Drei hilfreiche Bibliographien (Neuerscheinungen polnischer Literatur
in deutscher Sprache; Neuerscheinungen deutscher Literatur in
polnischer Sprache; ausgewählte deutschsprachige Literatur über Polen)
runden diesen informativen Teil des Buches ab. Ausschnittsweise
Übersetzungen einiger neuer polnischer Bücher, die bislang noch nicht
in deutscher Sprache erschienen sind, ermöglichen es dem Leser, sich
ein eigenes Urteil zu bilden. [...] Zentrales Thema der den Band
eröffnenden Essays sind Stereotypen, Klischees und Mythen, die bei
Deutschen wie bei Polen gleichermaßen die Eigen- und Fremdwahrnehmungen
prägen. Markus Krzoska konstatiert in seinem Aufsatz das Aufkommen
neuartiger antipolnischer Vorurteile und das mangelnde Interesse der
Deutschen an Polen, dessen Ursache darin liege, daß die polnische
Kultur noch immer nicht als gleichwertig betrachtet werde. Diesen
Befund bestätigt Heinrich Olschowsky in seiner Analyse von Hans Magnus
Enzenbergers Essay "Polnische Zufälle", in der er zeigt, daß
Enzensberger sein Unverständnis für Polen nicht auf mangelndes eigenes
Wissen, sondern auf die angebliche Rückständigkeit der polnischen
Gesellschaft zurückführt. Dieser achte Band des Jahrbuches des
Darmstädter Instituts zeigt gleichermaßen, wie weit wir noch von einer
wirklichen Verständigung zwischen Deutschen und Polen entfernt sind -
und wieviel es zu entdecken gäbe, nähmen die Deutsche ihren direkten
östlichen Nachbarn endlich richtig wahr."
(Reinhard Veser, OSTEUROPA 1998, Nr. 10)
Zum Jahrbuch 9 (1998):
"Für
kulturelle Nachrichten aus Polen ist das Jahrbuch des Deutschen
Polen-Instituts immer noch die wichtigste und bestinformierte Quelle.
Hervorzuheben ist diesmal die Auswahl literarischer, bisher
unübersetzter Texte: Vier Autorenporträts von Czes³aw Mi³osz , der ja
für die sehr subjektive öffentliche Beurteilung seiner Kollegen bekannt
ist und zum wiederholten Mal seinen Ruf als moralische Institution
untermauert. Der 1983 verstorbene Miron Bia³oszewski , einer der
interessantesten Außenseiter der Nachkriegsliteratur, ist mit Auszügen
aus einem postum erschienenen Sammelband vertreten. (Es sollte sich ein
deutscher Verlag für diese spannenden und originellen Texte finden
lassen!) Über die neuen Entwicklungen in Sachen Literatur, Theater,
Kunst, Film und Musik gibt es wie jedes Jahr eine Zusammenfassung zu
lesen. Informativ ist dies allemal. Was die Literaturwissenschaftlerin
Anna Nasi³owska zu bemerken hat, geht über die Berichterstattung hinaus
und verbindet souveräne Literaturkritik mit dem allgemeinen Überblick
über Strömungen und Neuerscheinungen [...] Am interessantesten für die
deutschen Leser dürfte die Analyse der gegenwärtigen Historikerdebatten
aus polnischer Sicht sein. Es bleibt zu hoffen , daß das Jahrbuch mit
der Umorientierung des Deutschen Polen-Instituts seine kontinuierliche
kulturelle Vermittlungsarbeit nicht vernachlässigt."
(döb., NEUE ZÜRCHER ZEITUNG vom 19.12.1998)
"Die neueste, neunte Nummer der 'Ansichten', des Jahrbuchs des
bekannten Darmstädter Instituts für das Jahr 1998, präsentiert in ihrem
Essayteil vor allem Beiträge, die sich mit polnischen
gesellschaftspolitischen Belangen im Zusammenhang mit verschiedenen
Erscheinungen der Kunst- und Kulturszene befassen. Sie bestätigt damit
einmal mehr die offene Form dieser Jahrbücher, die lebendig auf die
aktuellen Entwicklungen in Polen reagiert. Ziel dieser Edition war es
von Anfang an, die deutsche Öffentlichkeit über die polnische
Gegenwart, die polnische Kultur, Literatur und Kunst umfassend zu
informieren. [...] Zu den wichtigsten Akzenten des besprochenen Bandes
gehören die Anmerkungen zu Karl Dedecius. [...] Seine Leistungen und
Verdienste können nicht genug gewürdigt werden. Die Gründung des
Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt war sein Werk; er schuf damit
einen 'Vorposten' zur Verwirklichung seiner Vorstellungen vom
gegenseitigen Kennenlernen und der gegenseitigen Annäherung der Polen
und Deutschen. Ihm ist auch die Jahrbuchreihe des Instituts zu
verdanken, die seit zehn Jahren ein wesentliches Medium im Dienste der
Aufklärung über die polnische Kultur darstellt. Über die Bedeutung von
Karl Dedecius für die polnische Kultur und Literatur und für deren
Bekanntwerden in Deutschland läßt sich nur mit größter Bewunderung und
Dankbarkeit sprechen. Sein Ausscheiden aus dem Deutschen Polen-Institut
ist mithin ein Ereignis, das auch für die polnische Öffentlichkeit
nicht folgenlos bleiben wird. Es ist zu hoffen, daß seine Nachfolger im
Institut und in der Redaktion der Jahrbuchreihe und seine Schüler und
Zöglinge das Werk in seinem Sinne fortführen, sowohl inhaltlich als
auch formal."
(Tadeusz Seweryn Wróblewski, PRZEGL¡D ZACHODNI 3/1998)
Zum Jahrbuch 10 (1999):
"Die
ersten sechs Nummern kamen ein wenig umständlich daher, als
'Deutsch-polnische Ansichten zur Literatur und Kultur'. Ab Nummer
sieben schien dann Zurückhaltung angesagt - das Jahrbuch des Deutschen
Polen-Instituts (DPI) hieß dann nur noch "Ansichten". Ende 1996 war
nämlich eine Profilkorrektur fällig gewesen - weg von der Literatur als
Schwerpunkt, hin zu politischen, sozialen und wirtschaftlichen Themen.
Die Erweiterung des Wirkungskreises fiel zeitlich mit einem personellen
Wechsel an der Spitze des Institutes zusammen: Anfang 1998 hatte Karl
Dedecius, der langjährige Direktor und spiritus rector, sein Amt
niedergelegt, und nach einem Übergangsjahr mit dem ehemaligen
Darmstädter Bürgermeister Günther Metzger übernahm der Kölner
Politikwissenschaftler Dieter Bingen die Leitung des Instituts. In
einem programmatischen Aufsatz erläutert er nun ausführlich die
Arbeitsschwerpunkte. Allein dieser Text macht das aktuelle Jahrbuch
lesenswert, ja geradezu zur Pflichtlektüre für alle, denen das weitere
Schicksal des DPI am Herzen liegt. Bingen geht mit der Nüchternheit
eines Pragmatikers, aber auch mit viel Sensibilität ans Werk: Er stellt
ein Programm vor, das die Bereiche Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
und Kultur verbindet, den heutigen politisch-wirtschaftlichen Realien
(Polens baldiger Einbindung in die EU) und den geopolitischen
Forderungen (dem deutsch-französisch-polnischen Trialog) Rechnung trägt
und eine ganze Reihe von neuen Initiativen beinhaltet. Gleichzeitig
aber soll die literarische Tradition, die das Institut der
zwanzigjährigen Leitung von Karl Dedecius verdankt, fortgesetzt werden.
Opulente Werke wie die 'Polnische Bibliothek' und das 'Panorama der
polnischen Literatur des 20. Jahrhunderts' - deren letzte Bände auf der
Frankfurter Buchmesse 2000 präsentiert werden - wird es freilich in
Zukunft nicht mehr geben. Kleine Projekte aber, wie eine Reihe
essayistischer Werke, sind durchaus geplant. Die programmatische
Vielfalt spiegelt sich auch deutlich im sonstigen Inhalt der neuen
Ansichten wieder. Zwar sind auch in den früheren Heften Texte
enthalten, die sich - mal aus polnischer, mal aus deutscher Sicht - mit
politischen oder gesellschaftlichen Fragen befassen. An der aktuellen
Ausgabe ist aber der interdisziplinäre Aspekt noch stärker geworden, es
gibt zum Beispiel Ausführungen des Vaters des "polnischen
Wirtschaftswunders", Leszek Balcerowicz, über 'Polen im Wandel' oder
ein Gespräch mit dem Soziologen Zygmunt Bauman über Chancen und
Gefahren der Postmoderne. Kultur und Literatur werden dennoch immer im
Vordergrund der Ansichten stehen - ihre Gliederung wurde von Anfang an
strikt eingehalten: Auf den ersten, mehrere Essays enthaltenden Teil
folgt jeweils ein Literaturteil, in dem unbekannte Texte polnischer
Autoren in deutscher Übersetzung zu finden sind. Eine Chronik des
vergangenen Jahres, die vier Bereiche für beide Länder umfaßt -
Theater, bildende Kunst, Film und Musik -, sowie eine Bibliographie
neuester Übersetzungen in die Sprache des Nachbarn bilden den dritten
und vierten Teil. Da es sich bei den literarischen Texten oft um den
Vorabdruck aus einem demnächst zu erwartenden Buch handelt und die
Chronik jeweils einen ausführlichen Bericht über die Situation auf dem
polnischen Buchmarkt enthält, müßten eigentlich alle Beteiligten des
deutschen Literaturbetriebes, die sich auch nur ansatzweise für die
polnische Literatur interessieren, sich auf eine neue Nummer stürzen.
Daß dies nicht der Fall ist und daß im übrigen der polnische Nachbar
mit gleichgültigen bis ablehnenden Reaktionen bedacht wird, wenn nicht
gar mit immer neuen Stereotypen belegt wird, löst bei vielen Leuten wie
Dieter Bingen nur noch ratloses Kopfschütteln aus. "Was läuft falsch in
diesem Lande", fragt er, "wenn Kreise, die sich zu den aufgeklärten
zählen, einem geradezu beschämend primitiven Polenbild huldigen, das
jedem aufklärerischen Anspruch Hohn spricht?" Dennoch scheint er fest
entschlossen, den Dialog voranzutreiben: Die Nummer 11 der Ansichten
ist bereits in Arbeit."
(Marta Kijowska, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG vom 27./29.11.1999)