Deutsches Polen-Institut
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Stefan Garsztecki

Warschauer Aufstand und Zweiter Weltkrieg. Polnische Gedächtnispolitik zwischen nationaler Kanonbildung und europäischen Ansätzen


Der Zweite Weltkrieg war und ist in Polen die wichtigste Wegmarke für das historische kollektive Erinnern. Dies galt bereits zu Zeiten der Volksrepublik Polen und gilt auch jetzt in der Dritten Polnischen Republik. Allerdings haben sich nach 1989 die Rahmenbedingungen für die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und auch die Erinnerung selber gravierend geändert. Mehr und mehr wird die heroisierende Darstellung des polnischen Kriegsschicksals durch eine differenzierte, reflexive Behandlung des Zweiten  Weltkriegs abgelöst, die mehr Raum für Einzelschicksale, für Brüche im polnisch-jüdischen oder polnisch-ukrainischen Verhältnis lässt. Das diese Entwicklung nicht unumstritten ist, belegen verschiedene historische Initiativen und Museumsbauten, denen unterschiedliche historiographische Selbstverständnisse zugrunde liegen wie z.B. das in der Konzeptionsphase befindliche Museum des Zweiten Weltkrieges oder das seit einigen Jahren bestehende Museum des Warschauer Aufstandes. Im Rahmen des Vortrages sollen diese verschiedenen Perspektiven auf den Zweiten Weltkrieg in Polen an Beispielen erläutert und die dahinter liegenden historischen Narrationen und Geschichtskonzeptionen aufgezeigt werden.


Prof. Dr. Stefan Garsztecki ist Professor für Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas an der Technischen Universität Chemnitz

 
 
   
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