Deutsches Polen-Institut
Seite drucken
   
Startseite
   

Rezensionen zu: Anti-Totalitarismus. Eine polnische Debatte. Hg. v. Pawel Spiewak

"Die Anthologie ist eine leidenschaftliche Auseinandersetzung mit den geistigen Grundlagen der freiheitlichen Demokratie sowie ihren totalitären und autoritären Gefährdungen. Die Bedeutung dieses Bandes geht deshalb weit über die annoncierte "polnische Debatte" zum Totalitarismus in Polen hinaus. (...)
[Der Wert des Bandes] liegt vielmehr in einer hochreflektierten, ethisch prinzipiellen und zeithistorisch differenzierten Analyse der Realitäten in Polen - der machtpolitischen, der behavioristischen und der perzeptionellen -, die den Nutzen des Totalitarismusbegriffes analytisch und normativ eindrucksvoll belegt. Die Argumentation steht zumeist in bester abendländisch-philosophischer Tradition und erlaubt tiefe Einsichten in das polnische Denken, in die Geschichte Polens und in die geistigen Kräfte der ethisch-christlichen Resistenz dieses großen katholischen Landes. Von der hier geführten Diskussion über den Umgang mit der kommunistischen Vergangenheit können auch andere postkommunistische Staaten einiges lernen."

(Hans-Joachim Veen in: H-Soz-u-Kult vom 21. Mai 2004)
[Zur vollständigen Rezension]


"(...) lohnt eine genaue Lektüre des Sammelbandes. Denn am Ende setzt sich ein Bild zusammen, das Einblick gewährt in Untiefen und Verwerfungen im Umgang unseres östlichen Nachbarn mit seiner kommunistischen Vergangenheit. Und es erhärtet sich der Eindruck, dass sich beide Lager in diesem ideologisch aufgeheizten Disput noch lange feindselig und unversöhnlich gegenüberstehen werden. (...)
Als Fazit bleibt die Erkenntnis: In dem vorliegenden Band - und das ist das Spannende an der Lektüre - tragen nicht die frühere Nomenklatura und bürgerliche Oppositionelle einen Streit aus. Das Zerwürfnis trennt vielmehr das Lager der liberalen Intellektuellen, die einst zum Widerstand gegen das sowjetisch determinierte Unrechtsregime in Polen aufgerufen hatten und für ein antitotalitäres Denken eingetreten waren - und sich heute ihrer gemeinsamen Wurzeln nicht mehr erinnern wollen."

(Godehard Weyerer in: Deutschlandfunk vom 8. März 2004)
[vgl. auch die ähnlichlautende Rezension von Godehard Weyerer in: Süddeutsche Zeitung vom 15. März 2004]


"Die Anthologie vermittelt einen Eindruck vom Verlauf und der Schärfe der jüngsten vergangenheitspolitischen Debatten in Polen."

(Andreas Mix in: Berliner Zeitung vom 13. April 2004)


"Bei der Bewertung des sozialistischen Erbes spalten sich die polnischen Intellektuellen in zwei Lager: Einerseits wird die These vertreten, Polen habe sich unter der 'Besetzung' einer fremden Macht befunden, deshalb sei die polnische Geschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nur eine Fussnote zur imperialen Politik der Sowjetunion.
Andererseits machen gerade viele Wissenschaftler der älteren Generation geltend, dass das polnische Geistesleben auch unter dem kommunistischen Regime nie totalitär unterdrückt wurde."

(Ulrich M. Schmid in: Neue Zürcher Zeitung vom 31. Juli 2004)


"Durch die interdisziplinäre Darstellung der antitotalitären Debatten in Polen wird dem Leser viel mehr geboten, als Pawe³ ¦piewak anfangs verspricht, nämlich philosophische Abhandlungen. Der Sammelband dokumentiert eine hochreflektierte Debatte innerhalb verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen über das polnische antitotalitäre Denken und die Geschichte Polens."

(Katarzyna Stok³osa in: Totalitarismus und Demokratie 1/2004, H. 2)


"Zahlreiche dieser insgesamt 34 Autoren, die in Polen, aber auch im Exil als Kritiker des real existierenden Sozialismus oder als Dissidenten gegen den totalitären Staat und die Vereinnahmung des Einzelnen durch eine immer fragwürdiger werdende Ideologie sowie gegen einen nur wenig akzeptablen politischen Alltag anschrieben, (...) zählen sicherlich zu den Klassikern der polnischen demokratischen Opposition. (...)
Zweifelsohne handelt es sich bei dieser von Pawe³ ¦piewak herausgegebenen Anthologie zur polnischen Totalitarismus-Debatte um eine wichtige Veröffentlichung."

(Zbigniew Wilkiewicz in: Aktuelle Ostinformationen 3/4 2004)

"(...) muss gesagt werden, dass die präsentierten Beiträge nicht nur einen Beweis für [die] in vielen Fällen hochstehenden Reflexionen der polnischen Intellektuellen über das Phänomen des Kommunismus liefern, sondern auch ein Zeugnis von ihren leidenschaftlichen Bemühungen abgeben, angesichts des Totalitarismus und seiner Hinterlassenschaften die Fähigkeit zum richtigen moralischen Urteil nicht zu verlieren".

(Bernard Wiaderny in: Neue Politische Literatur 50/2005, H. 2, S. 282 f.)

 
 
   
Aktuelles:
Sylwia Chutnik liest aus "Weibskram" am 23. Mai 2012 in DarmstadtTagungs-Dokumentation "Polen in der Schule" jetzt onlinePräsentation des "Jahrbuchs Polen 2012 Regionen" und der "Polnischen Gesellschaft" am 21. Juni 2012 in LeipzigJahrbuch Polen 2012 Regionen erschienen