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Rezensionen zu Maria Ossowska: Das ritterliche Ethos und seine Spielarten

Bei der großen polnischen Soziologin Maria Ossowska, einer wahrhaft unanhängigen Denkerin, kann man höchst vergnüglich nachlesen, wo da Ritter-Ideal herkommt - und wie bescheuert es eigentlich ist.

Hannes Stein, in: Die Welt, 28. April 2007



Ossowskas Parforceritt durch die Ethos-Geschichte des Rittertums zeigt eindrucksvoll, dass mit Fairness und Milde gepaarte Höflichkeit, die wohl wichtigste höfische Tugend, gerade in agonal strukturierten Gesellschaften besonders gut gedeihen konnte. Sie macht dabei keinen Unterschied, ob die kriegerische Gewaltförmigkeit politisch oder ökonomisch motiviert ist, ob sie sich als außenpolitische Aggression oder als Heuschrecken-Hunger artikuliert.
Diese Offenheit macht ihre Analyse, deren Nutzwert sich mit dem von Johan Huizingas kulturhistorischem Moralphilosophie-Traktat "Homo ludens" (1938) messen kann, für die Gegenwart so fruchtbar. Unter der Hand liefert die Soziologin einen idealtypischen Verhaltenskodex, der sich freilich unter Globalisierungsbedingungen noch bewähren muss: ein altruistisches Ehrverständnis, das sich mit triumphalen Victory-Gesten zurückhält und stattdessen etwas Demut erkennen lässt.

Hendrik Werne: Echte Ritter treten niemals nach, in: Die Welt, 22.6.2007


Dem ritterlichen Ethos von der Antike bis in die Gegenwart spürt die polnische Soziologin Maria Ossowska in ihren Essays nach. An Hand von Homers Epen, der höfischen Dichtung des Mittelalters und der englischen Gesellschaftsromane des 18. Jahrhunderts beschreibt sie, wie sich die kulturellen Werte, Lebensstile und Distinktionen vom griechischen Adeligen, über die mittelalterlichen Ritter bis zum modernen Gentleman wandelten. Im Zentrum steht dabei das von Mut, Fürsorglichkeit und Härte geprägte ritterliche Ehrverständnis. Der polnische General und Diplomat Boleslaw Wieniawa-Dlugoszowski fasste es Anfang des 20. Jahrhunderts selbstironisch in einer Gedichtzeile zusammen: "Krieg führen, Frauen lieben und trinken."

Andreas Mix in: Berliner Zeitung, 29.05.2007


Die bekannte polnische Soziologin Maria Ossowska (1898-1974), die sich mit ihren Untersuchungen zur Soziologie und Psychologie der Moral einen Namen machte, veröffentlichte ihre Studie zum ritterlichen Ethos bereits 1973. (...) Das Buch gliedert sich in acht kompakte, gut lesbare Kapitel. (...) Die Spielarten des ritterlichen Ethos sind in diesem Buch in Form einer gelehrigen Abhandlung essayistischen Zuschnitts in beeindruckender Weise nachvollzogen worden.

Zbigniew Wilkiewicz in: Zbli¿enia Interkulturowe 4/2008, S. 194-197, in: Osteuropa 2009, H. 4, S. 177-179 sowie in Aktuelle Ostinformationen 41 (2009), H. 1/2, S. 92-94




 
 
   
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