Deutsches Polen-Institut
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Band 14: Józef Tischner

Der Streit um die Existenz des Menschen
Aus dem Polnischen von Steffen Huber
Insel Verlag, Berlin 2010
365 Seiten, ISBN 978-3-458-17491-2, EUR 26,90

Der Priester und Philosoph Józef Tischner, Vordenker der Gewerkschaft Solidarnosc, gilt als einer der wichtigsten polnischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. In den Jahren vor seinem Tod wandte er sich noch einmal seinen theologischen und philosophischen Lebensthemen zu. Im Dialog mit Kant und Descartes, Kierkegaard, Levinas und Sartre, aber auch in der Auseinandersetzung mit den Werken Warlam Schalamows und Witold Gombrowiczs stellt er radikale Fragen: Hat der Mensch im Zeitalter des totalitären Terrors, in der Epoche von Auschwitz und Kolyma, nicht seine Menschlichkeit verloren? Müssen die Begriffe des Guten, die Vorstellungen von Gerechtigkeit, Freiheit und Verantwortung angesichts der immensen Schuld nicht neu gedacht werden? Tischners These lautet: Selbst wenn der Mensch tot ist, so bedeutet dies vor allem, daß er existiert hat. Wenn er aber existiert hat, so kann er wiedergeboren werden. Die Interpretation existentieller Erfahrungen und Kategorien wie Hoffnung und Verzweiflung, Leib und Seele, Gnade und Gnadenlosigkeit weisen den Weg zu einem Neuentwurf dessen, was der Mensch sein könnte.

Józef Tischner (1931–2000) war eine intellektuelle Autorität Polens im 20. Jahrhundert. Aus dem südpolnischen Bergland stammend, widmete er sich nach seiner Ausbildung zum Priester der Philosophie. Er lehrte an der Päpstlichen Theologischen Akademie in Krakau und war lange Präsident des Wiener Instituts für die Wissenschaft vom Menschen. Auf deutsch sind u.a. erschienen Ethik der Solidarität. Prinzipien einer Hoffnung (1982), Das menschliche Drama (1989).



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