Deutsches Polen-Institut
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Grusswort

von Karl Dedecius an die preisgekrönten Übersetzer und an ihr Publikum in Krakau

(vorgetragen durch Ma³gorzata Zacharko)

Es sei mir von Ryszard Krynicki, dem Krakauer Dichter, Übersetzer und Herausgeber – der vielleicht heute im Saal anwesend ist – verziehen, dass ich auf der Suche nach dem Motto zur Eröffnung der heutigen feierlichen Preisverleihung auf sein kostbares Epigramm: „POESIE IST“. „POESIE LEBT.“gestoßen bin und es hier benutze.

Denn darum geht es uns hier und heute: um das Leben der Poesie dank der lebenden Übersetzer lebender Worte. Worte, die das Leben verlängern.

 Nun – Poesie lebt.
 Poesie – ist wie Blutübertragung für die Arbeit des Herzens:
 Wären die Spender auch längst tot…
 So lebt ihr Blut und macht fremde Kreisläufe verwandt…

Wie schmeichelhaft und aufbauend für die Poesie, die Dichter und deren Übersetzer ist dieser Gedanke: Es ist ein Gedanke, eine Empfindung und ein Bild

 die Blutübertragung –
 die Arbeit des Herzens
 macht fremde Kreisläufe verwandt.

Ich danke dem Autor, dass er mir geholfen hat, passende Worte zur Eröffnung des heutigen Abends zu finden.

Jetzt aber kommt die Prosa – wie es die gesellschaftlichen Konventionen gebieten:

Unser Darmstädter Institut und die unabhängigen Juroren haben zum zweiten Mal die Ehre, gerade hier - in der urbs celebrissima - in Krakau, in Ihrer Anwesenheit, geehrte und kompetente Freunde, unsere beiden Übersetzer-Kollegen zu würdigen:

RENATE SCHMIDGALL UND RYSZARD WOJNAKOWSKI

mit dem Preis, den unsere treue, großzügige, private und unabhängige ROBERT BOSCH STIFTUNG gespendet hat.

Ich bedaure sehr, dass ich an der heutigen Feier nicht teilnehmen kann, in Gedanken aber mit dem Herzen und im täglichen Schaffen bin ich mit Ihnen verbunden, vielleicht sogar häufiger, als man es wahrnimmt.
Ich danke den Juroren für die gewissenhafte und verantwortungsvolle Arbeit. Ich danke den Preisträgern für die hervorragenden Werke zugunsten des Wissens und der Kunst, für die Hingabe, mit der sie ihre Talente und ihre Zeit der Literatur des Nachbarlandes in unserem gemeinsamen Europa widmen. Krakau liegt in der Mitte Europas und der europäischen Zukunft.


Ich grüße Sie von fern,
ich gratuliere Ihnen von nah,
und ich wünsche Ihnen gute Begegnungen und Gespräche.

Karl Dedecius, am Freitag, dem 22. Mai 2009

Übersetzung: Eva Dappa

 
 
   
  Ma³gorzata Zacharko


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