Deutsches Polen-Institut
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Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner

Sehr geehrter Herr Staatspräsident Kwa¶niewski,
sehr geehrter Herr Bundespräsident Köhler,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident Koch,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Benz,
sehr geehrter Herr Koschnik,
sehr geehrter Herr Prof. Bingen,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, heute in Vertretung des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Herrn Kurt Beck, dem Deutschen Polen-Institut meinen herzlichen Glückwunsch für die äußerst erfolgreiche Entwicklung in den vergangenen 25 Jahren zu übermitteln. Ihnen, lieber Herr Professor Bingen als Direktor, und auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern spreche ich für Ihr Engagement und Ihren persönlichen Einsatz meinen herzlichsten Dank aus.

Deutschland und Polen verbindet eine mehr als 1000-jährige Nachbarschaft, die sehr wechselvoll ist und zu den historisch belasteten in der europäischen Geschichte zählt.

Mit der Unterzeichnung des Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit im Juni 2001 konnte ein Prozess des wachsenden Austauschs im Bereich Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zwischen beiden Ländern eingeleitet werden.

Ich verweise auf die Vereinbarungen von deutschen und polnischen Partnerregionen, wie z.B. die gemeinsame Erklärung der Partnerregionen Rheinland-Pfalz und Oppeln im Februar 1996, sowie die gemeinsame Erklärung der Zusammenarbeit zwischen Rheinland-Pfalz, der Region Burgund und der Mittelböhmischen Region mit der Wojewodschaft Oppeln vom 21. Mai 2003. Auf diese Weise wurde der partnerschaftliche Aufbau von Kooperationen zwischen Institutionen und Einrichtungen in allen Bereichen des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Lebens verbessert.

Auch durch die Erweiterung der Europäischen Union ergeben sich jetzt sowohl für die Beitrittsländer in Mittel- und Osteuropa als auch für die Länder Westeuropas einmalige Chancen und Herausforderungen.

Dieser Hintergrund verstärkt die Notwendigkeit, die Deutsch-Polnische Beziehung zu intensivieren und die Integration Polens in die Europäische Union zu fördern.

Wir müssen es schaffen, die Wirtschaft, aber auch Wissenschaft, Forschung und Kultur in den Ländern so miteinander zu verbinden, dass Kompetenzen gebündelt werden, Synergien entstehen und das Zusammenwachsen gestärkt und vertieft wird.

Das Land Rheinland-Pfalz unterhält seit Jahren viele wissenschaftliche Kooperationen mit Polen wie z.B.:
• Partnerschaftsverträge der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit der Universität Warschau, der Handelshochschule in Warschau sowie der Katholischen Akademie in Warschau.
• Es existiert eine Zusammenarbeit zwischen der Technischen Universität Kaiserslautern und der Universität Danzig.
• Ich nenne die Austauschprogramme der Universität Koblenz-Landau und der Pädagogischen Hochschule in Czêstochowa sowie die
• Gastprofessur für polnische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Schwerpunktes Polen an der Universität Mainz.

Gerade der Bereich der Nachwuchsförderung sollte im wissenschaftlichen Austausch eine besondere Rolle spielen, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beider Nationen zu Beginn ihrer Karriere in ein festes internationales Geflecht zu integrieren.

Ein besonderer Stellenwert für den Integrationsprozess beider Länder in den vergangenen 25 Jahren kommt dabei dem Deutschen Polen-Institut zu. Durch seine Arbeitsmischung aus praxisbezogener Forschung und editorischen Arbeiten nimmt das Institut Aufgaben von überregionaler Bedeutung wahr und trägt zum Kulturdialog und der Völkerverständigung bei. Ganz sicherlich kann es damit deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen.

Das Deutsche Polen-Institut ist in vielfacher Weise in die nationale und internationale Wissenschaftslandschaft eingebunden. Die Zusammenarbeit mit universitären sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen - wie beispielsweise dem Institut für Europäische Geschichte in Mainz – verdeutlicht die Vielfältigkeit der wissenschaftlichen Verbindungen.

In den Jahren seines Bestehens hat sich das Deutsche Polen-Institut der Entwicklung der Beziehungen beider Länder und den daraus resultierenden Bedürfnissen angepasst.

Heute erfüllt das Institut neben der Vertiefung der Kenntnisse des gegenseitigen Kultur- und Geisteslebens von Polen und Deutschen durch Forschung, Publikationen und Veranstaltungen seine Aufgabenstellung auch in einer neuen Form des Kulturdialogs, der mit der gesellschaftlichen Wende und Öffnung in Europa einhergeht.

Der traditionelle Institutsschwerpunkt der Literaturvermittlung wurde durch politische, zeitgeschichtliche und gesellschaftliche Themen verstärkt. Kooperationen mit wissenschaftlichen, kulturellen Einrichtungen und mit Institutionen der politischen Bildung in Deutschland und Polen und anderen Ländern sind stark ausgeweitet worden.

Diese breite Ausrichtung ermöglicht eine übergreifende – in der Wissenschaftssprache interdisziplinäre – Sichtweise auf die gesellschaftlichen Probleme, Chancen und Entwicklungen.

Aus meinem eigenen Geschäftsbereich, in dem Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur zusammentreffen, weiß ich, wie schwierig, aber auch wie notwendig es ist, die verschiedenen Felder nicht isoliert zu sehen. Sie müssen in ihren Schnittstellen zusammengeführt werden. Insbesondere ist es mir ein besonderes Anliegen, Wissenschaft und Kultur einander anzunähern. Das Deutsche Polen-Institut leistet hierzu einen beachtlichen Beitrag.

Ein besonderer Dank an diesem Tag gilt zum einen dem ehemaligen Institutsdirektor Herrn Karl Dedecius für die geleistete Aufbauarbeit sowie für die langjährige Tätigkeit mit dem Schwerpunkt des literarischen Austauschs, um eine deutsch-polnische Annäherung zu erreichen.

Zum anderen gilt dieser besondere Dank auch Herrn Professor Bingen, dem jetzigen Direktor des Deutschen Polen-Instituts, der durch die Weiterentwicklung der Institutsschwerpunkte zu verstärkt politischen, zeitgeschichtlichen und gesellschaftlichen Themen sowie durch die Einbeziehung neuer Personenkreise zur Verbesserung des deutsch-polnischen Verhältnisses beigetragen hat.

Ich bin mir sicher, dass das Deutsche Polen-Institut unter Ihrer Leitung auch zukünftig seine Gewinn bringenden Arbeiten fortführt und den kommenden Herausforderungen erfolgreich entgegentreten wird.

Das Land Rheinland-Pfalz hat sich seit der Gründung des Deutschen Polen-Instituts an der Finanzierung beteiligt, weil es die Bedeutung der Aufgabenstellung dieser Einrichtung unterstreichen will, und wird auch zukünftig durch seine Unterstützung zum erfolgreichen Bestehen des Instituts beitragen.

Ich bin mir sicher, dass sich die deutsch-polnischen und im Besonderen die rheinland-pfälzischen Beziehungen zur Wojewodschaft Oppeln, im Sinne der europäischen Einigkeit, Freundschaft und Partnerschaft weiterentwickeln.

Ich denke, dass das Deutsche Polen-Institut auf der Basis seiner langjährigen Erfahrungen, der bisherigen überaus positiven Ergebnisse seiner Arbeit und der gelungenen Ausweitung seiner thematischen Ausrichtung weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird.

 
 
   
  Foto: Roman Größer


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