Meine sehr verehrte Damen, meine Herren,
für das Deutsche Polen-Institut ist es eine besondere Auszeichnung
und Ehre, Sie, sehr geehrter Herr Bundespräsident, und Sie, sehr
geehrter Herr Staatspräsident, bei unserer heutigen Festveranstaltung
begrüßen zu dürfen. Ich danke schon jetzt dafür, dass Sie diesen Tag
durch Ihre Ansprachen aus dem Alltag unserer Arbeit herausheben und
damit unserem - auf die Förderung der Beziehungen zwischen dem
polnischen und dem deutschen Volk gerichteten - Wirken besondere
Beachtung schenken.
Den Repräsentanten der Parlamente unserer beiden Staaten gilt ein
nicht minder herzlicher Gruß, und gerne schließe ich in dieses
Willkommen die beiden offiziellen Koordinatorinnen für deutsch-polnische
Zusammenarbeit, Frau Prof. Dr. Irena Lipowicz und Frau Prof. Dr. Gesine
Schwan, ein.
Auch möchte ich den Vertretern der beiden - unserem Institut
besonders verbundenen - Länder Hessen und Rheinland-Pfalz unseren Gruß
entbieten und Dank dafür sagen, dass sie - ebenso wie die Stadt
Darmstadt - unsere Arbeit mit materieller Hilfe erleichtern. Sie, Herr
Ministerpräsident Koch, und Sie, Herr Minister Zöllner, sind uns auch
deshalb herzlich willkommen, weil Sie trotz der schwierigen Finanzlage
der Länderhaushalte gleichwohl unsere Arbeit nachhaltig unterstützen
und wir hoffen dürfen, dass wir auch künftig Ihrer Förderung gewiss
sein dürfen.
Den hohen Vertretern der Wojewodschaft Wielkopolska entbiete ich
unseren herzlichen Gruß und sage gerne Dank dafür, dass Sie für uns den
Auftritt des Posener Tanztheaters möglich gemacht haben. Sie bereichern
damit diesen Tag durch einen besonderen kulturellen Akzent.
Weitere Gäste müssten eigentlich von mir besonders angesprochen
werden, doch dann würde sich heute Morgen die Festveranstaltung mit
wichtigen Beiträgen zum deutsch-polnischen Verständnis zu einer
protokollarischen Lesung verwandeln, etwas, was kaum im gemeinsamen
Interesse liegen dürfte. Nehmen Sie also bitte mein herzliches
Willkommen als eine Grußadresse für jeden Einzelnen. Wir, die Vertreter
des Präsidiums wie des Kuratoriums des Deutschen Polen-Instituts, sind
jedenfalls ebenso wie die Direktion und die Mitarbeiter des Instituts
hocherfreut über Ihre Teilnahme.
Viele von Ihnen haben uns in unserer 25-jährigen Arbeit mit aktiven
Beiträgen unterstützt, auch einen nicht kleinen Teil unseres
Engagements mit finanziellen Zuwendungen bedacht, die unser Bemühen
erst fruchtbar machten. Ich denke hier unter anderem an die
Unterstützungen durch die gemeinnützig wirkenden Stiftungen, bei denen
die Bosch-Stiftung eine besondere Herausstellung verdient. Ich denke an
Verlage und Medien, die unsere Arbeit sachkompetent mit Informationen
und Berichterstattung begleiteten und zum Teil mit Verlagsprodukten
förderten. Und natürlich wären wir nicht so weit gekommen, wenn uns
nicht im öffentlichen Bereich die Kultusministerkonferenz mitgetragen
hätte, von der Projektförderung des Auswärtigen Amtes ganz zu
schweigen, das uns seit der Gründung unseres Instituts vor 25 Jahren
tatkräftig unter die Arme gegriffen hat.
Und wenn ich schon bei der Gründungsphase bin, dann gilt mein
persönlicher Gruß und Dank dem langjährigen Direktor und Spiritus
Rector unseres Instituts, Herrn Prof. Dr. Karl Dedecius. Er hat unter
der Präsidentschaft von Gräfin Dönhoff und Bundeskanzler a.D. Helmut
Schmidt die tragenden Grundlagen des DPI gelegt. Seine Anregung, über
die Vermittlung der Kenntnis neuer polnischer Literatur - durch
Übersetzung und Verbreitung von uns angeregter Verlagsprojekte - neue
Brücken zwischen unseren beiden Staaten zu bauen, hat geholfen, den
damals noch bestehenden „Eisernen Vorhang“ - jedenfalls in Bezug auf
unsere Staaten - ein wenig zu öffnen. Wenn es nun in den letzten Jahren
über die ursprünglich auf literarische Kulturarbeit beruhende
Zusammenarbeit hinaus zu einem beständigen Austausch von Informationen
über polnische und deutsche Entwicklungen gekommen ist, dann verdanken
wir dies nicht zuletzt einem Kreis aktiver polnischer und deutscher
Wissenschaftler, Kulturschaffender, Journalisten und Politiker, denen
hiermit Dank für dieses Engagement gesagt wird. Nach wie vor gilt es
nämlich, sachgerechte Kenntnisse über den jeweils anderen Partner zu
vermitteln, Vorurteile abzubauen, Stereotypen aufzulösen und zugleich
der Wahrheit über die belasteten Beziehungen unserer beiden Völker
näher zu kommen. Wie vor 25 Jahren möchten wir Offenheit im
Gedankenaustausch vorantreiben und einer Verdrängung durch sachgerechte
Aufklärung entgegenwirken.
Die Arbeit des Deutschen Polen-Instituts hatte von Anfang an eine
europäische Dimension. In einer freiheitlich orientierten, in
gegenseitiger Solidarität verbundenen, größeren europäischen
Staatengemeinschaft sahen und sehen wir die Chance für das angestrebte
friedliche Miteinander, in dem sich Elemente gemeinsamer
abendländischer Geschichte letztendlich zu einer für alle Europäer
fruchtbaren Werteorientierung verbinden. Diesen besonderen - nicht nur
kulturellen - Ansatz gilt es weiterzuentwickeln, auch wenn wir uns zur
Zeit mehr denn je auf die konkreten sozialen, wirtschaftlichen und
politischen Aufgabenstellungen konzentrieren. Wir hoffen gemeinsame
Antworten für die jeweiligen Projekte zu finden. Das Deutsche
Polen-Institut ist jedenfalls dafür gerüstet.
Unsere Förderer haben vieles mitgetragen und unseren Weg mit
geebnet. Dass das künftig so bleiben möge, ist mein Wunsch am heutigen
Tag. Ich danke deshalb allen, die uns bis heute hilfreich und
zielgerichtet begleitet haben, und werbe zugleich bei noch Abwartenden
um aktive Mitarbeit. Alle Freunde bitte ich, bleiben Sie dem Deutschen
Polen-Institut gewogen.