Deutsches Polen-Institut
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Hans Koschnick

Meine sehr verehrte Damen, meine Herren,

für das Deutsche Polen-Institut ist es eine besondere Auszeichnung und Ehre, Sie, sehr geehrter Herr Bundespräsident, und Sie, sehr geehrter Herr Staatspräsident, bei unserer heutigen Festveranstaltung begrüßen zu dürfen. Ich danke schon jetzt dafür, dass Sie diesen Tag durch Ihre Ansprachen aus dem Alltag unserer Arbeit herausheben und damit unserem - auf die Förderung der Beziehungen zwischen dem polnischen und dem deutschen Volk gerichteten - Wirken besondere Beachtung schenken.

Den Repräsentanten der Parlamente unserer beiden Staaten gilt ein nicht minder herzlicher Gruß, und gerne schließe ich in dieses Willkommen die beiden offiziellen Koordinatorinnen für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Frau Prof. Dr. Irena Lipowicz und Frau Prof. Dr. Gesine Schwan, ein.

Auch möchte ich den Vertretern der beiden - unserem Institut besonders verbundenen - Länder Hessen und Rheinland-Pfalz unseren Gruß entbieten und Dank dafür sagen, dass sie - ebenso wie die Stadt Darmstadt - unsere Arbeit mit materieller Hilfe erleichtern. Sie, Herr Ministerpräsident Koch, und Sie, Herr Minister Zöllner, sind uns auch deshalb herzlich willkommen, weil Sie trotz der schwierigen Finanzlage der Länderhaushalte gleichwohl unsere Arbeit nachhaltig unterstützen und wir hoffen dürfen, dass wir auch künftig Ihrer Förderung gewiss sein dürfen.

Den hohen Vertretern der Wojewodschaft Wielkopolska entbiete ich unseren herzlichen Gruß und sage gerne Dank dafür, dass Sie für uns den Auftritt des Posener Tanztheaters möglich gemacht haben. Sie bereichern damit diesen Tag durch einen besonderen kulturellen Akzent.

Weitere Gäste müssten eigentlich von mir besonders angesprochen werden, doch dann würde sich heute Morgen die Festveranstaltung mit wichtigen Beiträgen zum deutsch-polnischen Verständnis zu einer protokollarischen Lesung verwandeln, etwas, was kaum im gemeinsamen Interesse liegen dürfte. Nehmen Sie also bitte mein herzliches Willkommen als eine Grußadresse für jeden Einzelnen. Wir, die Vertreter des Präsidiums wie des Kuratoriums des Deutschen Polen-Instituts, sind jedenfalls ebenso wie die Direktion und die Mitarbeiter des Instituts hocherfreut über Ihre Teilnahme.

Viele von Ihnen haben uns in unserer 25-jährigen Arbeit mit aktiven Beiträgen unterstützt, auch einen nicht kleinen Teil unseres Engagements mit finanziellen Zuwendungen bedacht, die unser Bemühen erst fruchtbar machten. Ich denke hier unter anderem an die Unterstützungen durch die gemeinnützig wirkenden Stiftungen, bei denen die Bosch-Stiftung eine besondere Herausstellung verdient. Ich denke an Verlage und Medien, die unsere Arbeit sachkompetent mit Informationen und Berichterstattung begleiteten und zum Teil mit Verlagsprodukten förderten. Und natürlich wären wir nicht so weit gekommen, wenn uns nicht im öffentlichen Bereich die Kultusministerkonferenz mitgetragen hätte, von der Projektförderung des Auswärtigen Amtes ganz zu schweigen, das uns seit der Gründung unseres Instituts vor 25 Jahren tatkräftig unter die Arme gegriffen hat.

Und wenn ich schon bei der Gründungsphase bin, dann gilt mein persönlicher Gruß und Dank dem langjährigen Direktor und Spiritus Rector unseres Instituts, Herrn Prof. Dr. Karl Dedecius. Er hat unter der Präsidentschaft von Gräfin Dönhoff und Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt die tragenden Grundlagen des DPI gelegt. Seine Anregung, über die Vermittlung der Kenntnis neuer polnischer Literatur - durch Übersetzung und Verbreitung von uns angeregter Verlagsprojekte - neue Brücken zwischen unseren beiden Staaten zu bauen, hat geholfen, den damals noch bestehenden „Eisernen Vorhang“ - jedenfalls in Bezug auf unsere Staaten - ein wenig zu öffnen. Wenn es nun in den letzten Jahren über die ursprünglich auf literarische Kulturarbeit beruhende Zusammenarbeit hinaus zu einem beständigen Austausch von Informationen über polnische und deutsche Entwicklungen gekommen ist, dann verdanken wir dies nicht zuletzt einem Kreis aktiver polnischer und deutscher Wissenschaftler, Kulturschaffender, Journalisten und Politiker, denen hiermit Dank für dieses Engagement gesagt wird. Nach wie vor gilt es nämlich, sachgerechte Kenntnisse über den jeweils anderen Partner zu vermitteln, Vorurteile abzubauen, Stereotypen aufzulösen und zugleich der Wahrheit über die belasteten Beziehungen unserer beiden Völker näher zu kommen. Wie vor 25 Jahren möchten wir Offenheit im Gedankenaustausch vorantreiben und einer Verdrängung durch sachgerechte Aufklärung entgegenwirken.

Die Arbeit des Deutschen Polen-Instituts hatte von Anfang an eine europäische Dimension. In einer freiheitlich orientierten, in gegenseitiger Solidarität verbundenen, größeren europäischen Staatengemeinschaft sahen und sehen wir die Chance für das angestrebte friedliche Miteinander, in dem sich Elemente gemeinsamer abendländischer Geschichte letztendlich zu einer für alle Europäer fruchtbaren Werteorientierung verbinden. Diesen besonderen - nicht nur kulturellen - Ansatz gilt es weiterzuentwickeln, auch wenn wir uns zur Zeit mehr denn je auf die konkreten sozialen, wirtschaftlichen und politischen Aufgabenstellungen konzentrieren. Wir hoffen gemeinsame Antworten für die jeweiligen Projekte zu finden. Das Deutsche Polen-Institut ist jedenfalls dafür gerüstet.

Unsere Förderer haben vieles mitgetragen und unseren Weg mit geebnet. Dass das künftig so bleiben möge, ist mein Wunsch am heutigen Tag. Ich danke deshalb allen, die uns bis heute hilfreich und zielgerichtet begleitet haben, und werbe zugleich bei noch Abwartenden um aktive Mitarbeit. Alle Freunde bitte ich, bleiben Sie dem Deutschen Polen-Institut gewogen.

 
 
   
  Foto: Roman Größer


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